Frankreich macht beim Ausbau der Erneuerbaren starke Fortschritte
Frankreich kommt bei der Integration von erneuerbaren Energien in seinen Energiemix gut voran, auch wenn die Anstrengungen noch nicht ausreichen, um die nationalen und EU-Ziele zu erreichen.
Frankreich kommt bei der Integration von erneuerbaren Energien in seinen Energiemix gut voran. Für die Erreichung der EU-Ziele reicht das aber noch nicht, das bestätigt ein Bericht der Regierung.
Der Anteil der erneuerbaren Energien am französischen Energiekonsum wird 2022 bei 20,7 Prozent liegen. Das sind 1,4 Prozentpunkte mehr als 2021, so die am Mittwoch veröffentlichten Zahlen.
Dieser Anstieg erklärt sich durch einen Zuwachs an erneuerbaren Energiequellen in Verbindung mit einem geringeren Endenergieverbrauch aufgrund von Energiesparmaßnahmen, der geringen Verfügbarkeit von Atomstrom und rekordverdächtigen Energiepreisen, erklärte das Ministerium.
Drei Sektoren der erneuerbaren Energieerzeugung stachen besonders hervor: Windkraft (+9 Prozent), Biogas (+13 Prozent) und Photovoltaik-Solarstrom (+31 Prozent).
Mehr erneuerbare Energien, mehr Strom
Mit anderen Worten: Der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix nimmt zu. Dies stimmt mit den Prognosen des wichtigsten französischen Stromnetzbetreibers RTE zur Elektrifizierung des Energiemixes bis 2050 überein.
Darüber hinaus ist der Anstieg des Anteils der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch „über den gesamten Zeitraum relativ konstant, wenn man die Gesundheitskrise ausklammert“, so das Ministerium.
Wie die Ministerin für die Energiewende, Agnès Pannier-Runacher, wiederholt erklärte, hat Frankreich seit 2015 ein ähnliches Tempo wie Deutschland eingeschlagen.
Im Jahr 2021 erreichten Frankreich und Deutschland einen Anteil von 19,3 Prozent beziehungsweise 19,2 Prozent an erneuerbaren Energien bei ihrem Bruttoendenergieverbrauch.
Frankreich hat das in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) von 2018 festgelegte Ziel, bis 2020 einen Anteil von 23 Prozent des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu erreichen, nicht erreicht. Deutschland musste ein Ziel von 18 Prozent erfüllen.
Darüber hinaus hat Frankreich 2019 ein Gesetz zur Energie- und Klimaplanung verabschiedet, um den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 auf 33 Prozent zu erhöhen – im Vergleich zu 30 Prozent in Deutschland.
Wenn das Entwicklungstempo jedoch auf dem derzeitigen Niveau bleibt, wird es unmöglich sein, das Ziel Frankreichs zu erreichen.
„Seit 2005 ist der Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehr, bei der Elektrizität und bei der Wärme gestiegen, auch wenn er unter dem für 2020 und dann für 2030 festgelegten Ziel liegt“, so das Ministerium.
Außerdem muss der Anteil bei der Aktualisierung des Gesetzes zur Energie- und Klimaprogrammierung, die im Herbst vorgelegt werden soll, erhöht werden, um den gestiegenen EU-Zielen zu entsprechen.
Neue EU-Ziele
Im Jahr 2018 wurde in der Richtlinie über erneuerbare Energien (RED) ein Ziel von 32,5 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs für 2030 festgelegt.
Dem Klimaschutz zuliebe, und weil Russland als Gaslieferant ausfällt, hat man sich jedoch inzwischen auf ein höheres Gesamtziel von 42,5 Prozent geeinigt.
Mehrere EU-Mitgliedstaaten, allen voran Deutschland, sprachen sich für ein Ziel von 45 Prozent aus. Frankreich ebenfalls, allerdings unter der Bedingung, dass die kohlenstoffarmen Energien auf die eine oder andere Weise zur Erreichung dieses Ziels beitragen können.
Bislang wurden keine nationalen sektorspezifischen Ziele festgelegt.
Die französische Regierung ist jedoch entschlossen, die verlorene Zeit aufzuholen, wie es das im März verabschiedete Gesetz zur Beschleunigung der erneuerbaren Energien vorsieht. Es ruft die Ziele der Regierung in Erinnerung: bis 2050 sollen 100 Gigawatt Solarenergie und 40 Gigawatt Offshore-Windenergie erreicht werden. Dies würde die gesamte installierte elektrische Leistung des Landes im Jahr 2022 abdecken.
Laut dem RTE-Elektrizitätsbericht 2022 wurden in Frankreich jedoch rekordverdächtige 5 Gigawatt an Anlagen für erneuerbare Energien in Betrieb genommen.
Das Land sei zwar auf dem richtigen Weg, aber eine Beschleunigung sei nach wie vor unerlässlich, so RTE weiter.
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Lesen Sie den Originalartikel auf Französisch hier.
[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]