Paketflut durch Onlinehandel: Frankreich will gegen Chinas Temu und Shein vorgehen
Die französische Regierung hat eine neue E-Commerce-Strategie ins Leben gerufen, um den jährlichen Zustrom von rund 1,5 Milliarden Paketen ins Land einzudämmen. Die Hälfte stammt aus China.
Die französische Regierung hat eine neue E-Commerce-Strategie ins Leben gerufen, um den jährlichen Zustrom von rund 1,5 Milliarden Paketen ins Land einzudämmen. Die Hälfte stammt aus China.
Der Plan sieht vor, dass Frankreich sich bei der EU dafür einsetzen wird, die Zollbefreiung für E-Commerce-Plattformen in Höhe von 150 Euro einzustellen, teilte die Regierung in einer Erklärung mit. Die aktuelle Diskussion über die Zollreform ist im Rat ins Stocken geraten.
Die beiden größten chinesischen E-Commerce-Plattformen, Temu und Shein, gehören zu den zehn meistbesuchten E-Commerce-Websites in Frankreich. Der durchschnittliche Wert eines auf diesen Plattformen gekauften und ins Land eingeführten Artikels beträgt laut dem französischen Aktionsplan acht Euro.
Paris plant, die größten ausländischen Plattformen ins Visier zu nehmen, insbesondere durch Inspektionen der Betrugsbekämpfungsbehörden. Diese Pakete würden auch von der Grenzsicherheit kontrolliert werden.
Künftig sollen Produkte von Plattformen wie Temu und Shein im Rahmen einer „360-Kontroll-Doktrin“ überprüft und gleichzeitig auf Produktsicherheit, Etikettierungs- und Umweltnormen untersucht werden.
Bis die Zollregulierung auf EU-Ebene verabschiedet werden kann, bereitet die französische Regierung eine pauschale „Verwaltungsgebühr“ vor, die auf jedes Paket erhoben würde. Damit diese jedoch in Kraft treten kann, muss sie auf europäischer Ebene koordiniert werden, stellte die Regierung klar.
Der Zustrom billiger E-Commerce-Pakete von chinesischen Herstellern ist schon seit Monaten auf dem Radar der EU. Die Kommission nahm im Februar einen Aktionsplan an und plant, dessen Wirksamkeit nach einem Jahr zu bewerten.
Allerdings wurde die Kommission letzten Monat von einer Gruppe skandinavischer Minister dafür kritisiert, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen zu schwach seien und es an konkreten Lösungen wie Geldbußen fehle.
(jp, kn)