FPÖ-Angriff auf Österreichs Präsidenten löst Empörung aus
Die verbale Attacke des Rechtsextremisten Herbert Kickl auf Bundespräsident Alexander Van der Bellen beim traditionellen "Politischen Aschermittwoch", bei dem sich Politiker gegenseitig öffentlich kritisieren dürfen, hat bei den politischen Parteien Österreichs große Empörung ausgelöst.
Die verbale Attacke des Rechtsextremisten Herbert Kickl auf Bundespräsident Alexander Van der Bellen beim traditionellen „Politischen Aschermittwoch“, hat bei den Parteien Österreichs große Empörung ausgelöst.
Im Jahr 1992 übernahm die österreichische rechtsextreme FPÖ die Tradition des politischen Aschermittwochs, und nach einer mehrjährigen Unterbrechung aufgrund der Pandemie könnte das diesjährige Scherzen und Dampflassen etwas zu weit gegangen sein.
In einer Ansprache an seine Parteikollegen bezeichnete Kickl den heute 79-jährigen, parteilosen Politiker Van der Bellen, der einst die österreichischen Grünen führte, als „Mumie“ und „senile“ Person.
Daraufhin griffen mehrere Politiker Kickl in Verteidigung des Bundespräsidenten an, der in Österreich als Oberbefehlshaber des Heeres und als einziger direkt gewählter Volksvertreter die höchst angesehene Position im Lande innehat.
„Während die Bundesregierung arbeitet, übt sich Herbert Kickl in radikalen Parolen“, sagte Christian Stocker, Generalsekretär der konservativen ÖVP, und fügte hinzu, dass der rechtsextreme Parteichef „die Radikalisierung seiner Partei Schritt für Schritt vorantreibt.“
Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer, Christian Deutsch, stellte fest, dass Kickl „mit seiner unsäglichen Aschermittwochsrede das hässliche Gesicht der FPÖ gezeigt“ habe.
„Dass Herbert Kickl nichts von einem zivilisierten Umgangston in der Politik hält, sehen wir regelmäßig im Parlament“, merkte Sigrid Maurer, Parteichefin der Grünen, an. Kickls Äußerungen über den Bundespräsidenten „sind ein weiterer Versuch, Vertrauen zu zerstören und Hass zu schüren“, so Maurer weiter.
Kickl habe sich offenbar noch nicht davon erholt, dass die FPÖ „bei der Präsidentschaftswahl nichts gerissen hat“, fügte sie hinzu.
Van der Bellen, der sich mittlerweile in seiner zweiten Amtszeit befindet, gewann 2016 seine erste Präsidentschaftswahl in einer Stichwahl gegen den rechtsextremen Kandidaten Norbert Hofer.