Forum soll Kluft zwischen jungen Menschen und Politikern überwinden [DE]
Ein innovatives Internetforum wurde ins Leben gerufen, um die ‚Kluft’ zwischen den Sorgen junger berufstätiger Menschen und denen der EU-Institutionen zu überwinden.
Ein innovatives Internetforum wurde ins Leben gerufen, um die ‚Kluft’ zwischen den Sorgen junger berufstätiger Menschen und denen der EU-Institutionen zu überwinden.
Die jüngste Initiative ‚Ideenfabrik Europa’, die vom European Policy Centre (EPC) organisiert wurde, hat zum Ziel, die politischen Prioritäten junger berufstätiger Menschen und EU-Beamter zusammenzuführen. Dies soll durch ein Forum für junge, kluge Denker erreicht werden, in dessen Rahmen sie Probleme diskutieren können, die ihnen am Herzen liegen, die jedoch in der Debatte der europäischen Öffentlichkeit nur selten diskutiert werden.
An den EU-Institutionen wird oft kritisiert, dass sie zu weit von den Leben der Bürger entfernt seien, in deren Dienst sie stehen. Zudem sind sich die Beamten zunehmend der Notwendigkeit bewusst, politische Ziele zu entwickeln, die den Erwartungen der Bürger gerecht werden. Dies ist besonders im Hinblick auf die Europawahlen im Juni 2009 von Bedeutung.
Die Internetseite der ‚Ideenfabrik Europa’ ruft Bürger dazu auf, kurze, originelle und zum Nachdenken anregende Ideen vorzubringen. Diese würden im Forum veröffentlicht. Andere Interessenten könnten anschließend auf diese reagieren. Weiterhin würden Treffen zur „Ideenfindung“ die wichtigsten Probleme erörtern. Auch diese können anschließend im Online-Forum debattiert werden.
Das EPC beabsichtigt mit dieser Initiative, ‚gesamteuropäische Dilemmas’, die junge Menschen betreffen, auf die Tagesordnung zu setzen und einen anderen Blickwinkel auf die modernen Politiker zu bieten. Teilnehmer müssen unter 40 Jahre alt sein, damit die Debatte sich auf Fragen konzentriert, die diese Generation am stärksten betreffen, statt einfach die institutionelle Agenda der EU wiederzuspiegeln. Zu den vorgeschlagenen Themen zählen die Fragen, ob die Bürger bereit seien ‚alles für Europa zu geben’ und ob sie Steuern zahlen sollten, ohne dabei große Aussichten auf staatliche Unterstützung im Ruhestand zu haben.
Das Internet wird zunehmend als Hilfsmittel wahrgenommen, um den Bürgern die Aktivitäten der EU näher zu bringen. Eine ähnliche Idee wurde im November 2007 im Vorfeld der UN-Konferenz zum Klimawandel in Bali im Dezember vorgebracht, und zwar in Form einer Internetseite, die Regierungen, Unternehmen, Parlamentariern, NGOs und der allgemeinen Öffentlichkeit die Möglichkeit bietet, zur Schaffung eines Nachfolgeabkommens des Kyoto-Protokolls zum Klimawandel beizutragen (EURACTIV vom 20. November 2007). Diesem Vorgehen ähnelnd hielt das Parlament im vergangenen November eine „Agora“ ab, um die Öffentlichkeit besser in die Diskussionen über die Zukunft der EU einzubinden (EURACTIV vom 7. November 2007).
Kritik, dass die EU sich den Sorgen der Bürger verschließe, veranlasste die Kommissarin für Kommunikation Margot Wallström dazu, im Oktober 2007 die Initiative „Partnerschaft für die Kommunikation über Europa“ ins Leben zu rufen, die auf eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den EU-Institutionen und den nationalen Regierungen bei der Vermittlung der EU-Politik abzielt.
All diese Initiativen sollen die öffentliche Unterstützung für das europäische Projekt fördern und die zurückgehende Beteiligung an Europawahlen in den Griff bekommen.