Flüchtlingskrise: EU verstärkt Hilfe für libysche Küstenwache

Die EU startet ihren zweiten Lehrgang für Rekruten der libyschen Küstenwache. Auch die Hilfe in der Flüchtlingskrise wird intensiviert.

Seit der Schließung der türkisch-griechischen Grenze wird die Libyen-Route von Flüchtlingen wieder häufiger genutzt.
Die Operation Sophia im Einsatz zwischen Italien und Libyen. [dpa (Archiv)]

Die EU startet ihren zweiten Lehrgang für Rekruten der libyschen Küstenwache. Auch die Hilfe in der Flüchtlingskrise wird intensiviert.

Die Europäische Union hat die zweite Phase ihres Ausbildungsprogramms für Libyens Küstenwache eingeleitet. 20 weitere Rekruten werden seit Montag auf der griechischen Insel Kreta trainiert, wie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini mitteilte.

Die Ausbildung umfasse Seerecht, Menschenrechte und Geschlechterfragen sowie die Ausbildung für Such- und Rettungseinsätze. Der erste Lehrgang der EU-Marine-Mission „Sophia“ mit 78 Rekruten soll im Februar enden. Das EU-Programm hatte im Oktober begonnen.

Im vergangenen Jahr war die Rekordzahl von 181.000 Flüchtlingen in Italien erreicht worden. 90 Prozent von ihnen kamen über das Krisenland Libyen.

Der maltesische EU-Ratsvorsitz fürchtet, dass es in diesem Jahr noch mehr werden könnten und hat den EU-Staaten eine Reihe von Handlungsoptionen mit Blick auf den Malta-Gipfel am 3. Februar vorgeschlagen.

Die Kommission will nun einerseits die Hilfe für die libysche Küstenwache und Marine verstärken. Dies soll auch über ausgeweitete Ausbildungsprogramme erfolgen. Neben der Ausbildung von Rekruten für die libysche Küstenwache rettet der EU-Einsatz ansonsten Flüchtlinge aus Seenot und soll auch gegen Schlepper vorgehen, darf jedoch nur außerhalb der libyschen Küstengewässer tätig werden. Zudem soll es mehr Geld geben für Libyens Küstenwache und Marine.