Finnland und Estland setzen auf schwimmendes LNG-Terminal
Finnland und Estland haben gemeinsam beschlossen, ein großes LNG-Terminalschiff zu leasen. Das am 7. April angekündigte Projekt ist offenbar bereits angelaufen, auch wenn bisher nur wenige Einzelheiten bekannt gegeben wurden.
Finnland und Estland haben gemeinsam beschlossen, ein großes LNG-Terminalschiff zu leasen. Das am 7. April angekündigte Projekt ist offenbar bereits angelaufen, auch wenn bisher nur wenige Einzelheiten bekannt gegeben wurden.
Das etwa 200 Meter lange LNG-Terminalschiff, eine schwimmende Speicher- und Regasifizierungseinheit (FSRU), soll an der finnischen Küste in der Nähe des Erdgasfernleitungsnetzes liegen. Der genaue Standort wurde bisher noch nicht bekannt gegeben.
Auf Nachfrage von EURACTIV am Mittwoch (20. April) sagte Arto Rajala, ein leitender Berater im Handels- und Industrieministerium, er sei nicht bereit, Namen zu nennen, aber „einige Optionen werden verfügbar sein.“
Infrage kämen Inkoo oder die Stadt Hamina, wo bis Anfang Oktober ein LNG-Terminal fertiggestellt werden soll. Ziel sei es jedoch, das Schiff für den nächsten Winter verfügbar zu machen. Falls die Bauarbeiten bis dahin nicht abgeschlossen sind, werde es in Paldiski, Estland, platziert. Paldiski sollte bis zum 1. November bereit sein, LNG aufzunehmen.
Estland hat erklärt, dass es die russischen Gasimporte bis Ende des Jahres einstellen wird.
Der Anteil von Erdgas am finnischen Energiemix beträgt nur 6 Prozent, ist aber für die Industrie von großer Bedeutung. Das meiste Erdgas kommt aus Russland, aber auch über die Balticconnector-Gaspipeline, die bis zum LNG-Terminal Klaipėda in Litauen reicht.
Wenn die Importe aus Russland auslaufen, muss Erdgas durch andere Energiequellen ersetzt werden oder es verstärkt Flüssiggas umgerüstet werden. Bei diesem Verfahren wird Erdgas auf -162 Grad heruntergekühlt und dadurch verflüssigt. So verringert sich sein Volumen um das 600-fache, was den Transport erleichtert.
„Der Balticconnector kann nicht den gesamten Bedarf Finnlands decken, wenn kein Gas aus Russland kommt. Das LNG-Terminalschiff ist unsere einzige Möglichkeit, uns darauf vorzubereiten“, sagte Rajala. Die Suche nach einem Schiff ist im Gange, aber die weltweite Nachfrage ist hoch.
Auch die Kosten für das LNG-Schiffsprojekt wurden noch nicht bekannt gegeben. In einem Interview mit ERR News vom 11. April sagte Margus Kaasik, Vorstandsmitglied von Eesti Gaas, dass ein schwimmendes LNG-Terminal wegen der Betriebskosten teurer sei als ein stationäres.
Taavi Veskimägi, CEO des Strom- und Gasnetzbetreibers Elering, sagte im ERR-Interview am Dienstag, dass sich auch die Netzbetreiber an der Anschaffung eines Schiffs beteiligen müssen.