Finnland überprüft Tanker unter Sabotageverdacht in der Ostsee

Die finnischen Behörden planen eine Inspektion des Tankers Eagle S. Dieser steht im Verdacht, an der Sabotage eines Unterseekabels in der Ostsee beteiligt gewesen zu sein, wie die Verkehrsbehörde des Landes mitteilte.

Finland moves oil tanker near port amidst undersea power cable outage investigation
Die unter der Flagge der Cookinseln fahrende Eagle S wird verdächtigt, am 25. Dezember das Stromkabel EstLink2 zwischen Finnland und Estland beschädigt zu haben. [EPA-EFE/FINNISH BORDER GUARD HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES]

Die finnischen Behörden planen eine Inspektion des Tankers Eagle S. Dieser steht im Verdacht, an der Sabotage eines Unterseekabels in der Ostsee beteiligt gewesen zu sein, wie die Verkehrsbehörde des Landes mitteilte.

Sanna Sonninen, die Direktorin der Behörde, sagte am Donnerstag (2. Januar), der Tanker stehe im Verdacht, zur „Schattenflotte“ Russlands zu gehören und an der Sabotage beteiligt gewesen zu sein. Also zu jenen Schiffen, die im Auftrag Russlands handeln, aber unter fremder Flagge fahren.

Die Inspektion ist für Donnerstagnachmittag angesetzt, zusätzlich zu einer bereits von der finnischen Polizei durchgeführten Untersuchung.

„Am 2. Januar 2025 wird die finnische Verkehrs- und Kommunikationsbehörde Traficom eine Kontrollinspektion durchführen“, so Sonninen in einer Erklärung.

„Wir führen die Inspektion so durch, dass die Polizeieinsätze und die Ermittlungen nicht beeinträchtigt werden“.

Die unter der Flagge der Cookinseln fahrende Eagle S wird verdächtigt, am 25. Dezember das Stromkabel EstLink2 zwischen Finnland und Estland beschädigt zu haben.

Gegen sieben Seeleute wurde am Dienstag (31. Dezember) ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zudem wurde ihnen untersagt, das Land zu verlassen.

Die Eagle S steht im Verdacht, zur sogenannten „Schattenflotte“ Russlands zu gehören, die für den Transport von Rohöl und Erdölprodukten eingesetzt wird. Damit sollen die von westlichen Staaten gegen Moskau verhängten Sanktionen und Preisobergrenzen umgangen werden.

Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 hat es in der Ostsee mehrere ähnliche Vorfälle gegeben.

Zwei Telekommunikationskabel wurden bereits im Herbst am 17. und 18. November in schwedischen Hoheitsgewässern durchtrennt.

Ein unter chinesischer Flagge fahrender Massengutfrachter, die Yi Peng 3, segelte zu diesem Zeitpunkt über den Kabeln und wird verdächtigt, daran beteiligt gewesen zu sein. Inzwischen hat das Schiff das Gebiet jedoch verlassen.

Hybride Kriegsführung

Energie- und Kommunikationsinfrastrukturen sind im Rahmen dessen, was Experten und Politiker als „hybriden Krieg“ zwischen Russland und westlichen Staaten bezeichnen, ins Visier genommen worden.

Die Ostsee ist von mehreren NATO-Mitgliedern umgeben. wobei das Verteidigungsbündnis verspricht, den Schutz vor Angriffen auf kritische Infrastrukturen zu verstärken.

Das westliche Bündnis kündigte nach der Kabelunterbrechung an, dass seine Mitgliedsstaaten ihre Präsenz in der Ostsee erhöhen werden. Estland entsandte bereits ein Schiff zum Schutz des Stromkabels EstLink1.

Die EU verkündete daraufhin, die Maßnahmen zum Schutz von Unterseekabeln durch einen verbesserten Informationsaustausch und den Einsatz neuer Detektionstechnologien sowie Reparaturmöglichkeiten zu verstärken.

[Bearbeitet von Alice Taylor-Braçe/Jeremias Lin]