Finnland treibt Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft weiter voran [DE]

Finnland plant die Schaffung mehrerer internationaler Exzellenzzentren, die als gemeinnützige GmbHs Universitäten und Unternehmen in Forschungsbereichen wie Energie, Umwelt und Gesundheit zusammenbringen sollen. Gleichzeitig wird der Hochschulbereich modernisiert. 

Finnland plant die Schaffung mehrerer internationaler Exzellenzzentren, die als gemeinnützige GmbHs Universitäten und Unternehmen in Forschungsbereichen wie Energie, Umwelt und Gesundheit zusammenbringen sollen. Gleichzeitig wird der Hochschulbereich modernisiert. 

Ein kleines Land wie Finnland könne nicht in jedem Bereich herausragen – man müsse Prioritäten setzen – dieser Auffassung ist Martti af Heurlin, stellvertretender Generaldirektor von Tekes, der wichtigsten Fördergesellschaft für industrielle Forschung und Entwicklung und Innovationsprojekte in Finnland.

Raimo Väyrynen, Präsident der finnischen Akademie, die grundlegende Forschung fördert, fügte hinzu, dass die Grundidee dieser Zentren sei, unterschiedliche Ressourcen zu vereinen – Wissen, Unternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung sowie Universitäten und Forschungsinstitute, um neue Wege zu beschreiten und die geringen Ressourcen kleiner Länder optimal auszunutzen. 

Im Zuge dieser „neuen Wege“, werden die Exzellenzzentren als gemeinnützige GmbHs  gegründet, denen sich die Akteure langfristig verpflichten. Einem Unternehmen fühlten sich die Akteure im größeren Maße verpflichtet als einem Konsortium, so Väyrynen, der hinzufügte, dass die neuen Unternehmen keine großen Firmen würden, sondern vielmehr kleine Unternehmen mit ungefähr 6 Mitarbeitern, die die Zusammenarbeit der Akteure koordinieren sollen. Tekes und die finnische Akademie teilen sich die Verantwortung, die Akteure im Ausgangspunkt zusammenzubringen. 

Die Frage, ob in Finnland eine Kluft zwischen der Wirtschaft und der Wissenschaft bestehe, wurde von den beiden Führungspersonen nicht einmal verstanden. Wann auch immer ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft beginnen würde, vor allem mit größeren Unternehmen, seien die Universitäten immer als Partner im Programm oder durch andere Formen der Zusammenarbeit einbezogen. Die kleinen und mittleren Unternehmen in Finnland würden ebenfalls enger mit den Universitäten zusammenarbeiten als dies in anderen Ländern der Fall sei, so af Heurlin.

Väyrynen wies darauf hin, dass das finnische Hochschulgesetz vor drei Jahren geändert wurde und dass die Beziehung zwischen den Universitäten und der Gesellschaft, unter anderem die Beziehungen zwischen den Hochschulen und der Wirtschaft, als dritte Säule des Hochschulbereichs gesetzlich festgelegt wurde. Die beiden anderen Säulen sind Lehre und Forschung. Die Universitäten seien demnach gesetzlich verpflichtet, sich nach Möglichkeiten umzusehen, regionale Entwicklung und gesellschaftlichen Wohlstand zu fördern. Er fügte hinzu, dass es den Universitäten lange Zeit untersagt gewesen sei, an Joint-Start-Unternehmen teilzunehmen und dass die Gesetzgebung erst vor kurzem geändert worden wäre, um es Universitäten zu ermöglichen, aktive Partner in Unternehmen wie dem jetzigen zu werden.

Derzeit steht eine weitere Änderung des finnischen Hochschulgesetzes an. Am 8. November 2006 wurde ein Vorschlag vorgelegt, der darauf abzielt, Universitäten zu ermöglichen, eigene Budgets, unabhängig von der öffentlichen Finanzierung, zu haben, um die Möglichkeit der Universitäten, sich selbst zu finanzieren, zu verbessern. Die Universitäten dürften demnach Mittel von Stiftungen und Unternehmen entgegennehmen und selbst über diese Mittel bestimmen. Das Gesetz wird voraussichtlich 2007 in Kraft treten. Die Universitäten werden auch künftig staatlich sein und ihr Betrieb wird durch staatliche Mittel garantiert. 

Klicken Sie hier, um das ganze Interview mit Martti af Heurlin und Raimo Väyrynen zu lesen.