Finnland: Grüne richten sich wirtschaftsfreundlich aus
Das Image der Grünen als arrogante Partei müsse geändert werden, sagte die neue Chefin der finnischen Grünen, Sofia Virta, in ihrem ersten Interview gegenüber MTV3 News.
Das Image der Grünen als arrogante Partei müsse geändert werden, sagte die neue Chefin der finnischen Grünen, Sofia Virta, in ihrem ersten Interview gegenüber MTV3 News.
Nach einer schweren Niederlage bei den Wahlen im April suchen die Grünen einen Neuanfang in der Opposition und wählten eine neue Parteiführung, einschließlich der Vorsitzenden, die auf die zurückgetretene Ohisalo folgt.
Virta hat einen Master of Arts in Pädagogik, ist Therapeutin und Unternehmerin. Sie ist Abgeordnete in ihrer zweiten Amtszeit, gehörte aber bisher nicht zum inneren Kreis der Grünen, sodass ihr Sieg den Wunsch der Partei nach einem Wechsel widerspiegelt.
Sie positioniert sich mehr auf der rechten Seite als die vorherige Parteivorsitzende und betonte die Notwendigkeit, die schuldengeplagte Wirtschaft des Landes ins Gleichgewicht zu bringen. Persönlich hat sie zugegeben, dass sie gerne schnelle Autos fährt und gelegentlich Fleisch isst.
Die Grünen sind eine marktliberale Partei, die in der Mitte zwischen der Linken und der Rechten angesiedelt ist.
In ihrer Rede auf dem Parteitag am Sonntag sagte Virta: „Um ein Auskommen und Arbeit zu haben, brauchen die Finnen Unternehmen. Und die Unternehmen brauchen wohlhabende und qualifizierte Menschen, um Wachstum und Internationalisierung zu erreichen. Die Produktivität muss kurzfristig geweckt werden.“
Bei den Europawahlen im nächsten Jahr wollen die Grünen als die EU-freundlichste Partei hervorstechen, und in zehn Jahren könnte das Land sogar einen grünen Premierminister haben, so Virta.
Dabei liegt noch ein langer Weg vor der Partei. In einem Parlament mit 200 Sitzen haben die Grünen 13 Abgeordnete, und in der letzten Umfrage vom Juni erhielt die Partei 7,3 Prozent Unterstützung.