Finnische Grüne könnten Präsidentschaftswahlkampf für sich entscheiden

Laut Umfragen zu den Präsidentschaftswahlen in Finnland liegt derzeit ein Politiker der Grünen in Führung. Damit könnte zum ersten Mal in der Geschichte Finnlands ein Grüner das im nächsten Jahr anstehende Rennen um das prestigereiche Amt für sich entscheiden. 

Euractiv.com
Foreign ministers from Baltic and Nordic countries visit Kyiv
In einer neuen Umfrage lag Außenminister Pekka Haavisto mit 25 Prozent Zustimmung an der Spitze. Haavisto, ein langjähriges Mitglied der grünen Parlamentsfraktion, hat für sein Handeln während des Ukraine-Kriegs und im Rahmen des finnischen NATO-Beitrittsprozesses viel Aufmerksamkeit und Lob erhalten. [EPA-EFE/VALENTYN OGIRENKO]

Laut Umfragen zu den Präsidentschaftswahlen in Finnland liegt derzeit ein Politiker der Grünen in Führung. Damit könnte zum ersten Mal in der Geschichte Finnlands ein Grüner das im nächsten Jahr anstehende Rennen um das prestigereiche Amt für sich entscheiden.

Der Präsident wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt, wobei ein und dieselbe Person nicht mehr als zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten absolvieren kann. Daher darf der amtierende Präsident Sauli Niinistö nicht mehr kandidieren. Die Aufgaben des Präsidenten beziehen sich hauptsächlich auf die Außenpolitik. Gemäß der Verfassung wird die Außenpolitik des Landes vom Präsidenten in Zusammenarbeit mit der Regierung geleitet. Allerdings verfügt das Amt über einen erheblichen informellen und persönlichen Einfluss.

In einer neuen Umfrage lag Außenminister Pekka Haavisto mit 25 Prozent Zustimmung an der Spitze. Haavisto, ein langjähriges Mitglied der grünen Parlamentsfraktion, hat für sein Handeln während des Ukraine-Kriegs und im Rahmen des finnischen NATO-Beitrittsprozesses viel Aufmerksamkeit und Lob erhalten.

Noch vor einem Jahr galt der zweimalige EU-Kommissar und derzeitige Gouverneur der finnischen Zentralbank, Olli Rehn, als aussichtsreichster Kandidat für den Posten. Inzwischen liegt er allerdings abgeschlagen hinter dem Grünen Haavisto und konnte in Umfragen lediglich 14 Prozentpunkte auf sich verbuchen.

Alexander Stubb, derzeit Professor am Europäischen Hochschulinstitut, der bereits als Europaabgeordneter, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank und Ministerpräsident tätig war, steht derzeit bei 6 Prozent Zustimmung.

Jutta Urpilainen, Kommissarin für internationale Partnerschaften, erhielt in er Umfrage 2 Prozent der Stimmen.

Es ist jedoch noch viel zu früh, um klare Aussagen zu treffen. Bisher hat noch niemand seine Kandidatur offiziell bekannt gegeben, außer dem Vorsitzenden der Bewegung „Jetzt“, Harry Harkimo, einer Ein-Mann-Partei im Parlament mit 1,8 Prozent Unterstützung.

Premierministerin Sanna Marin hat erklärt, dass sie nicht die Absicht hat, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren.