Finnische Forstwirtschaft setzt auf Biomasse [DE]

Finnische Papierfabriken produzieren schon seit Jahren eigene Energie und einige sind beinah unabhängig durch Biomasse. Jedoch könnte das Interesse der Regierung an Bioenergie zu neuen Konkurrenten und höheren Preisen führen. 

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Finnische Papierfabriken produzieren schon seit Jahren eigene Energie und einige sind beinah unabhängig durch Biomasse. Jedoch könnte das Interesse der Regierung an Bioenergie zu neuen Konkurrenten und höheren Preisen führen. 

Alles deutet darauf hin, dass Bioenergien in Zukunft eine größere Rolle im finnischen Energiemix spielen werden. Aus einem Beschluss vom März 2005 geht hervor, dass die Regierung die Energieerzeugung durch Biomasse aus Holz bis 2010 verdoppeln möchte.

Der derzeitige Anteil von Biomasse am finnischen Energiemix ist bereits beeindruckend. Dieser Anteil wird beinahe ausschließlich aus Abfallprodukten der Forstwirtschaft erzeugt, wie Dicklauge und anderen industriellen Holzbrennstoffen, die von der Papierindustrie genutzt werden.

2005 wurden ca. 3 Millionen Kubikmeter Holzhackschnitzel zur Energieerzeugung genutzt und das Ziel sei die Verdopplung bis 2010, so das Land- und Forstwirtschaftsministerium.

Der größte Zuwachs in der Energieerzeugung durch Holz werde durch Holzhackschnitzel erfolgen, so Juha Kosonen, der im Osten Finnlands auf dem Gelände der StoraEnso Imatra-Werken ein kleines Kraftwerk betreibt.
Die Holzabfälle werden im Wald eingesammelt, nachdem die Baumstämme gefällt und entästet worden sind. Bisher haben sie keine zusätzlichen Kosten für die Papierindustrie verursacht.

Bis zum Sommer 2006 hätten die Papierhersteller wie StoraEnso und UPM den Grundbesitzern keine Entschädigung für das einsammeln der Holzabfälle gezahlt, so Harri Karjalainen von WWF Finnland. Dies hätte sich jedoch im Sommer 2006 geändert, als UPM ankündigte, für die Holzabfälle zahlen zu wollen und die anderen Hersteller dem Beispiel UPMs folgten.

Obgleich die Zellstoff- und Papierindustrie der Nutzung von Biomasse positiv gegenübersteht, sorgt die verstärkte Nutzung von Biomasse aus Holzfasern und –abfällen für Energieerzeugung für Unruhe. Die Ankündigung der Regierung, den Anteil der Bioenergie verdoppeln zu wollen, birgt die Gefahr höherer Kosten für Holzprodukte durch wachsenden Wettbewerb.

Wenn der Preis für Biomasse steigen würde, steige der Wettbewerb um Holzfasern, die für die Papierproduktion benutzt werden, so Harri Karjalainen vom finnischen WWF. Das Ergebnis könnte sein, dass die Holzstämme nicht mehr in die Papierfabriken gebracht würden, sondern ins Kraftwerk, wo sie verbrannt würden.

Die Industrie sei der Auffassung, dass das Holz nicht verbrannt werden sollte, wenn es für Papierherstellung oder andere Produkte genutzt werden könnte, so Anu Islander vom finnischen Verband der Forstwirtschaft. Erst wenn es für nichts anderes mehr genutzt werden könnte, sollte es verbrannt werden. Bioenergie sei ein Vorteil für alle, wenn man nicht vergesse, dass Holz in erster Linie für die Herstellung von Produkten genutzt werde.

Bei StoraEnsos Imatra-Werke decken Schwarzlauge und Rinde 90% des Brennstoffbedarfs, die übrigen 10% werden durch Erdgas (10%) abgedeckt. Die Werke produzieren 55% ihres Strombedarfs selbst, dank kleiner, eingebauter Kraftgeneratoren, die mit Biomasse betrieben werden. Die übrigen 45% beziehen sie aus dem Stromnetz.

Die Werke würden schon lange ihre eigenen Energiequellen nutzen, so Islander. Jedoch würde dieser Bereich derzeit nicht weiter ausgebaut. Innovation sei von der Nutzung von Biomasse für die Erzeugung von Biokraftstoff abhängig. Es gäbe Innovationen und Forschung im Bereich der Bioraffinerien, so Islander. Es sei eine Neuerung, die sehr wichtig werden könnte.