Finnische Familienplanung durch Klimaangst und Ukraine-Krieg gebremst
Die Bevölkerung Finnlands altert schnell, und die Sorgen über den Klimawandel und den nahen Krieg wirken sich auf die Bereitschaft zur Fortpflanzung aus, so eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des finnischen Familienverbands.
Die Bevölkerung Finnlands altert schnell, und die Sorgen über den Klimawandel und den nahen Krieg wirken sich weiter auf die Bereitschaft zur Familiengründung aus, so eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des finnischen Familienverbands.
Etwa 15 Prozent der Menschen im Alter zwischen 20 und 45 Jahren wollen keine Kinder haben, heißt es in der Umfrage. Dieser Prozentsatz hat sich in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert. Die Beweggründe dafür sind im Wesentlichen dieselben: Die Menschen studieren länger, wollen sich weiterentwickeln und räumen ihrer Karriere Priorität ein.
Die Studie zeigt jedoch auf, dass sich die Motive für die Zurückhaltung verändert haben. Immer mehr potenzielle Eltern sind besorgt über die Klimakrise und ihre Auswirkungen auf künftige Generationen. Auch der Krieg in der Ukraine hat eine spaltende Wirkung in beide Richtungen gehabt. Für die einen ist er ein Argument, keine Kinder zu bekommen, für die anderen ein Ansporn.
Finnland hat derzeit nach Italien die zweitälteste Bevölkerung in Europa. Eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung hat bereits zu wirtschaftlichen Konsequenzen geführt, ein Problem, das europaweit zu beobachten ist.
Laut dem Demografischen Ausblick für die EU werden im Jahr 2070 30,3 Prozent der Europäer:innen mindestens 65 Jahre alt sein. Im Jahr 2019 lag dieser Prozentsatz mit 20,3 Prozent noch deutlich niedriger. Eurostat sagt voraus, dass die Bevölkerung der 27 EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2044 einen Höchststand von 525 Millionen erreichen wird, bevor sie bis zum Jahr 2100 auf 416,1 Millionen zurückgehen wird.