Finnen uneins über NATO-Stützpunkte im Land

Finnland ist geteilter Meinung, was die Einrichtung ständiger NATO-Stützpunkte auf seinem Territorium angeht. Die rote Linie für viele im Land ist dabei die Stationierung von Atomwaffen, wie eine neue Umfrage zeigt.

Euractiv.com
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Nach einem einjährigen Beitrittsprozess ist Finnland am 4. April dem nordatlantischen Militärbündnis beigetreten, obwohl Experten, die der NATO-Akte nahe stehen, glauben, dass die vollständige Integration Jahre dauern könnte. [Shutterstock/Vitalii Vodolazskyi]

Finnland ist geteilter Meinung, was die Einrichtung ständiger NATO-Stützpunkte auf seinem Territorium angeht. Die rote Linie für viele im Land ist dabei die Stationierung von Atomwaffen, wie eine neue Umfrage zeigt.

Nach einem einjährigen Beitrittsprozess trat Finnland am 4. April der NATO bei. Nun geht es darum, das Land auch in der Praxis in die Prozesse und Strukturen des Bündnisses einzubinden.

Unter den Menschen im Land ist die Unterstützung für die NATO-Mitgliedschaft im Vergleich zu vielen anderen Mitgliedsländern nach wie vor außerordentlich hoch, wie aus einer am Donnerstag (7. Juli) veröffentlichten Umfrage hervorgeht.

Von den Befragten stehen 82 Prozent der Mitgliedschaft positiv gegenüber, während nur elf Prozent sie ablehnen und sieben Prozent keine Meinung dazu haben.

Die Finnen sind auch mit überwältigender Mehrheit für die Entsendung finnischer Truppen im Falle eines Angriffs auf einen anderen NATO-Mitgliedstaat. Laut der Umfrage halten 82 Prozent der Befragten Artikel 5 des NATO-Vertrags – demzufolge alle anderen Bündnispartner einem NATO-Land, das angegriffen wird, militärisch zur Seite springen müssen – für verbindlich.

Im Durchschnitt aller NATO-Staaten liegt dieser Wert laut einer Umfrage aus dem Frühjar 2022 lediglich bei 67 Prozent.

Bei der Frage nach dauerhaften NATO-Militärstützpunkten auf ihrem Boden waren die Finnen jedoch geteilter Meinung. Während 46 Prozent kein Hindernis darin sahen, ausländische Truppen im Land zu haben, waren 42 Prozent dagegen.

Die meisten Finnen (77 Prozent) sind jedoch gegen die Stationierung von Atomwaffen in Finnland, während 61 Prozent dagegen sind, dass solche Waffen auch durch das Land transportiert werden, so die Umfrage weiter.

Ungeachtet der öffentlichen Meinung hat Finnlands neue, derzeitige rechtsgerichtete Regierung angekündigt, den nuklearen Schutz der NATO zu einem elementaren Bestandteil der finnischen Sicherheitspolitik machen zu wollen.