Finnen bei Einwanderung gespalten

Jeder fünfte Finne kann sich nicht entscheiden, ob die Regierung die Einwanderungsbestimmungen lockern soll, wie eine aktuelle Umfrage ergab.

Euractiv.com
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Von den Befragten sprachen sich 36,4 Prozent dafür aus, dass die nächste Regierung die Einwanderung lockern sollte, während 42,3 Prozent gegen eine weitere Lockerung der Einwanderungsbestimmungen sind und 21,3 Prozent sich nicht entscheiden konnten. [Shutterstock/Maximillian cabinet]

Jeder fünfte Finne kann sich nicht entscheiden, ob die Regierung die Einwanderungsbestimmungen lockern soll, wie eine aktuelle Umfrage ergab.

Die Umfrage wurde von Maaseudun Tulevaisuus durchgeführt und am Montag veröffentlicht.

Von den Befragten sprachen sich 36,4 Prozent dafür aus, dass die nächste Regierung die Einwanderung lockern sollte, während 42,3 Prozent gegen eine weitere Lockerung der Einwanderungsbestimmungen sind und 21,3 Prozent sich nicht entscheiden konnten.

Eine stärkere Zuwanderung fand bei den älteren Generationen mehr Unterstützung. Unter den Rentner:innen betrachteten 50 Prozent die verstärkte Zuwanderung als ein positives Phänomen.

Die Ergebnisse der Umfrage deuten auch auf eine Spaltung nach Parteizugehörigkeit hin. So sprachen sich die Wähler:innen der Grünen am stärksten für die Einwanderung aus (72 Prozent), während 69 Prozent der Anhänger:innen der Finnenpartei sie ablehnten.

Gleichzeitig verliert Finnland junge Talente, wobei die meisten Auswander:innen hochqualifizierte Menschen zwischen 20 und 40 Jahren sind, die im Ausland lukrative Jobs finden, wie Untersuchungen des finnischen Migrationsinstituts zeigen.

Eine Erhöhung der Zahl der Einwander:innen sei daher notwendig, insbesondere um sicherzustellen, dass Finnland ein dynamisches Land bleibe, schrieb das Beratungsunternehmen für regionale Entwicklung (MDI) in einer im Oktober veröffentlichten Studie.

Die Einwanderung wird eines der Hauptthemen bei den bevorstehenden Parlamentswahlen sein, die in weniger als drei Monaten stattfinden werden.

Arbeitsministerin Tuula Haatainen (SDP) ist so weit gegangen, die zunehmende Zuwanderung von Arbeitskräften als eine „Schicksalsfrage“ zu bezeichnen.

Die Industriegewerkschaft erklärte, der finnische Arbeitsmarkt sei noch nicht bereit für eine beträchtliche Zunahme der Zuwanderung von Arbeitskräften.