Figel' drängt auf neue Impulse für Mehrsprachigkeit [DE]
Eine hochrangige Expertengruppe ist eingesetzt worden, um Ideen zur Förderung der Mehrsprachigkeit in der EU zu entwickeln.
Eine hochrangige Expertengruppe ist eingesetzt worden, um Ideen zur Förderung der Mehrsprachigkeit in der EU zu entwickeln.
Am 20. September 2006 hat die Kommission auf Initiative des Kommissars für Bildung, Kultur und Mehrsprachigkeit, Ján Figel’, einen Beschluss zur Errichtung einer Hochrangigen Gruppe “Mehrsprachigkeit” angenommen.
Die Gruppe, die sich aus elf Fachleuten aus ganz Europa zusammensetzen wird, wird ihr erstes Treffen am 3. Oktober 2006 abhalten. Die Einsetzung einer solchen Gruppe geht auf die Mitteilung „Eine neue Rahmenstrategie für Mehrsprachigkeit“ aus dem Jahr 2005 zurück. Sie soll Figel’ „bei der Entwicklung von Initiativen beraten und neuen Schwung und Ideen für einen ganzheitlichen Ansatz für Mehrsprachigkeit in der Europäischen Union bringen“.
Anlässlich der Einsetzung der Gruppe, sagte Figel’, die Mehrsprachigkeit sei eines der zentralen Elemente des europäischen Projektes. „Der Hochrangigen Gruppe gehören einige der renommiertesten Fachleute an, was allen in der Europäischen Union gesprochenen Sprachen zugute kommen wird. Ich habe die Gruppe gebeten, sich mit einer Reihe von Themen zu befassen, die von den anderen Fachgremien, denen von den Regierungen benannte Sprachexperten angehören, normalerweise nicht behandelt werden. Dazu zählen unter anderem die Themen Sprachen und Forschung, Sprachen und die Medien, Sprachen in der Wirtschaft, der Einsatz neuer Technologien für das Übersetzen und Dolmetschen sowie Strategien zur Förderung des Sprachenlernens. Ich bin sicher, dass die Gruppe einen spürbaren Beitrag zur Förderung und Bewahrung des mehrsprachigen Erbes Europas leisten wird.“
Zu der Gruppe gehören Barbara Cassin (Frankreich, Forschungsdirektorin des Centre National de la Récherce Scientifique, Paris), Hanna Komorowska (Polen, Professorin für angewandte Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik, Universität Warschau) und Wolfgang Mackiewicz (Deutschland, Honorarprofessor für englische Philologie, Freie Universität Berlin).
Einige der Mitglieder der Gruppe sind politisch unabhängig und vertreten nicht die Interessen bestimmter Staaten bzw. Sprachen. Am 26. September 2007, dem Europäischen Tag der Sprachen, wird die Gruppe ihre Empfehlungen vorstellen. Bis dahin wird die Gruppe sechsmal unter dem Vorsitz von Kommissar Figel’ zusammenkommen.
Am 21. September 2006 wird der Ausschuss der Regionen (AdR) zusammen mit der Vereinigung der nationalen europäischen Kulturinstitute in Belgien (CICEB) eine Konferenz „Mehrsprachigkeit in Europa – Für eine bessere Praxis“ veranstalten. Die Konferenz wird vom Generalsekretär des Ausschuss der Regionen Gerhard Stahl und der Präsidentin der CICEB Lone Leth Larsen eröffnet und beginnt mit einem Vortrag von Kommissar Figel’.
Wie ein Sprecher des Ausschuss der Regionen EURACTIV mitteilte, sei die Verbreitung der Mehrsprachigkeit, als Ausdruck der Vielfalt in der EU, eine der Hauptaufgaben des AdR. Der Ausschuss würde es begrüßen, wenn für den Spracherwerb und die Förderung der Sprachvielfalt mehr Geld zur Verfügung stehen würde. Sprachkompetenz könne neue Horizonte eröffnen und den Einzelnen stärken. Sie seien „eine Eintrittskarte zu Abenteuer und Spaß“.