Feuer im Berlaymont wirft Fragen auf [DE]

Nach dem gestrigen Brand (18. Mai 2009) im Wahrzeichen der Europäischen Kommission, dem Berlaymont-Gebäude, werden Zweifel über die Qualität der jahrelangen Renovierung laut, nachdem Beamte Probleme dabei haben das EU-Hauptgebäude wieder zu eröffnen. 

Berlaymont_01.jpg
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Nach dem gestrigen Brand (18. Mai 2009) im Wahrzeichen der Europäischen Kommission, dem Berlaymont-Gebäude, werden Zweifel über die Qualität der jahrelangen Renovierung laut, nachdem Beamte Probleme dabei haben das EU-Hauptgebäude wieder zu eröffnen. 

Eine interne E-Mail forderte die gesamte Belegschaft dazu auf, wenn möglich von zuhause aus zu arbeiten.  

Die gesamte Belegschaft des Berlaymont hat bis Dienstag 14:30 Sonderurlaub bekommen. Für alle anderen Mitarbeiter der Kommission wird das Gebäude für eine unbestimmte Zeit unzugänglich bleiben. 

Kommissionspräsident José Manuel Barroso und die anderen Kommissare sind in andere EU-Gebäude gezogen, um sicher zu stellen, dass ihre Arbeit nicht unterbrochen wird, so ein Sprecher der EU. 

Das sternförmige Berlaymont-Gebäude, was von manchen auch als „Berlaymonster“ bezeichnet wird, ist ein Architekturkoloss aus den 1960er Jahren. Das ehemals asbestverseuchte Gebäude wurde im Jahr 1991 geschlossen, bevor es im Jahr 2004, nach teueren Renovierungsarbeiten wiedereröffnet wurde. 

Die Entscheidung das Berlaymont zu renovieren statt es abzureißen, wurde mit dem Ziel vereinbart, das Gebäude zu erhalten, das zum Symbol des Projektes EU wurde. 

Der Sprecher der Feuerwehr Francis Boileau gab zu, dass die Feuerwehrleute zunächst Schwierigkeiten hatten, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, was ihnen erst vier Studen nach dem Ausbruch des Feuers gelang. 

Es scheint als habe es zunächst etwas Zeit benötigt, bis die Feuerwehrleute den genauen Ort der Flammen fanden. Berichten zufolge sei dies eine Sicherheitsanlage im 13. Stockwerk gewesen. Verschlossene Sicherheitstüren hielten das Unterfangen der Feuerwehr ebenso auf.   

Laut weiterer Berichte begann das Feuer in den Archiven im Erdgeschoss, bevor die Hitze und die Gase sich durch einen Kabelschacht bis in die Chefetagen vorfraßen.

Augenzeugen erklärten EURACTIV gegenüber, dass der Alarm erst 20 Minuten ertönte nachdem einige Beschäftigte das Feuer gerochen hatten (EURACTIV von 18. Mai 2009).

Es wurde bislang angenommen, dass das Berlaymont von seiner hochmodernen Renovierung profitiert habe, aber Journalisten und die Öffentlichkeit könnten nun wahrscheinlich die Qualität der Bauarbeiten in Frage stellen. Die Tatsache, dass das Pressezentrum, wo das Mittagsbriefing der Kommission stattfindet, bis auf weiteres geschlossen bleibt, wird deren Arbeit bestimmt nicht leichter machen.