Fahrplan für Kopenhagen

„ Wachstum und Klimaschutz schließen einander nicht aus“, lautet die optimistische Einschätzung des britischen Ökonomen Nicholas Stern. In Kopenhagen sollen Europa und die USA den Entwicklungsländern ein Vorbild sein. Stern bezweifelt jedoch, ob die Klimakonferenz tatsächlich einen Wandel bringt.

Eisbären sind zum Synonym für Klimawandel geworden (Foto: dpa)
Eisbären sind zum Synonym für Klimawandel geworden (Foto: dpa)

„ Wachstum und Klimaschutz schließen einander nicht aus“, lautet die optimistische Einschätzung des britischen Ökonomen Nicholas Stern. In Kopenhagen sollen Europa und die USA den Entwicklungsländern ein Vorbild sein. Stern bezweifelt jedoch, ob die Klimakonferenz tatsächlich einen Wandel bringt.

„Quellen zu alternativer Energiegewinnung gibt es schon genug“, meinte der britische Wirtschaftsexperte Nicholas Stern, als er am Freitag in Berlin sein Buch „Der Global Deal“ vorstellte . Elektrizität, Biokraftstoff, Wind- und Sonnenkraft sind einige davon. Es liege nun in den Händen der Politiker, die Klimaschutzziele umzusetzen. Jedes Land könne dabei seinen individuellen Weg gehen, wichtig sei aber, dass man sich gemeinsame Ziele stecke. So lauten die Forderungen Sterns, der Berater der britischen Regierung in Wirtschaftsfragen ist.

Richtung Restklimawandel

Investitionen in die Klimapolitik seien nicht nur notwendig, sondern auch ökonomisch sinnvoll, fordert Stern. Lediglich ein Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts sei nötig, um den Klimawandel auf einen „Restklimawandel“ zu reduzieren. Die reichen Länder stünden in der Verantwortung, den Entwicklungsländern ein Vorbild zu sein. Zweifel, dass die Klimakonferenz in Kopenhagen zu keinen konkreten Zielen führe, konnte Stern nicht ausräumen. Kopenhagen sei vor allem eine bedeutende Chance.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise biete eine einmalige Gelegenheit für den Klimawandel, meint auch der deutsche Ökonom Ottmar Edenhofer. Eigeninteressen seien in den Hintergrund zu stellen. „Wir sollen heute zahlen und sehen den Nutzen womöglich erst in vielen Jahren. Das erscheint nicht besonders attraktiv“, erklärt Edenhofer die Rechnung, die viele Menschen machen.

Europa und insbesondere Deutschland hält Stern für wichtige Akteure im Kampf gegen den Klimawandel. „Ich bin zuversichtlich, dass Deutschland die Zeit nach der Bundestagswahl bis zur Klimakonferenz in Kopenhagen nutzen wird, um wieder eine führende Rolle übernehmen zu können“, so Stern, dessen Analysen In Wirtschaftskreisen hoch geschätzt sind.  Sein  Buch gilt denn auch als „globaler Fahrplan“ zu einer ökonomischen Klimapolitik.

 Luisa Jacobs