Fachkräftemangel: Slowakische Unternehmen wenden sich an Indien
In der Slowakei ist die Zahl der Arbeitnehmer aus Indien im Jahr 2022 rapide angestiegen und hat sich auf 1.350 vervierfacht, da vor allem die IT- und Automobilbranche mit Personalmangel zu kämpfen hat.
In der Slowakei ist die Zahl der Arbeitnehmer aus Indien im Jahr 2022 rapide angestiegen und hat sich auf 1.350 vervierfacht. Das soll vor allem der IT- und Automobilbranche mit ihren Personalmängeln helfen.
Das Amt für Arbeit, Soziales und Familie bestätigte den Anstieg und wies darauf hin, dass Bürger aus Indien und anderen asiatischen Ländern den Unternehmen bereits bei der Einstellung von Mitarbeitern helfen.
„Dabei handelt es sich vor allem um Berufe, die schon seit langem Mangelware sind, wie etwa LKW-Fahrer oder Schweißer“, so das Amt.
Sogar in jüngster Zeit hat die Zahl der indischen Arbeitnehmer zugenommen, denn das Jaguar Land Rover-Werk in der westslowakischen Stadt Nitra hat kürzlich weitere 173 Arbeitnehmer aus Indien eingestellt.
Auch im IT-Sektor steigen die Zahlen, da die Slowakei seit langem mit dem Problem der Abwanderung von Fachkräften konfrontiert ist, da sich viele qualifizierte Slowaken für eine Hochschulausbildung in Tschechien entscheiden.
Der Anstieg der indischen Arbeitskräfte erfolgt in einer Zeit, in der andere ausländische Gruppen zahlenmäßig schrumpfen. Die Zahl der ukrainischen Arbeitskräfte, die zwar immer noch die größte ausländische Arbeitnehmergruppe in der Slowakei darstellen, ging im Jahr 2022 auf 11 000 zurück, da die Slowakei 2 400 weniger Arbeitsgenehmigungen für diese Gruppe ausstellte als im Jahr zuvor.
Auch die Zahl der serbischen Arbeitnehmer ist seit 2020 rückläufig.
„Wir sind das einzige EU-Land, das keine Talente halten kann und für Talente aus dem Ausland unattraktiv wird“, sagte Ľudovít Ódor, nachdem Präsidentin Zuzana Čaputová ihn an die Spitze der von Beamten geführten Übergangsregierung berufen hatte.