EZB sieht Italiens Wirtschaft durch Melonis Wahlsieg nicht gefährdet
Italien wird vorraussichtlich seinen derzeitigen wirtschaftlichen Kurs fortsetzen, auch wenn die Vorsitzende der rechtsextremen Brüder Italiens, Giorgia Meloni, nach dem Wahlsieg am Sonntag die neue Regierung bilden sollte, so Luis de Guindos, der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB).
Italien wird vorraussichtlich seinen derzeitigen wirtschaftlichen Kurs fortsetzen, auch wenn die Vorsitzende der rechtsextremen Brüder Italiens, Giorgia Meloni, nach dem Wahlsieg am Sonntag die neue Regierung bilden sollte, sagte am Montag (26. September) Luis de Guindos, der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB).
Eine zukünftige Regierung mit Meloni „wird den selben wirtschaftlichen Weg einschlagen“ wie jetzt, sagte er.
Er betonte, dass der Sieg des Rechtsbündnisses in Italien „das Ergebnis eines demokratischen Prozesses“ sei, und er wünsche der neuen Regierung daher „viel Glück.“
In seiner Rede lobte der EZB-Vizepräsident auch die „gute Entwicklung“ der italienischen Wirtschaft unter dem ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi als Italiens Premierminister.
Die italienische Wirtschaft „hat sich in den letzten zwei Jahren besser entwickelt als der europäische Durchschnitt“, betonte De Guindos und hob hervor, dass das Land das Einkommensniveau von vor der Pandemie bereits wieder erreicht habe und die EU-Wiederaufbaufonds „mit großer Professionalität“ umgesetzt würden, berichtete die Finanztageszeitung Cinco Días.
Die Situation des italienischen Bankensystems habe sich „verbessert“ und der Anteil der zweifelhaften Kredite liege nur noch bei etwa 3 Prozent, fügte er hinzu.
De Guindos, Vizepräsident der Europäischen Kommission und ehemaliger spanischer Finanzminister der Mitte-Rechts-Partei Partido Popular (PP/EVP), räumte jedoch ein, dass Italien „ein Problem mit der Staatsverschuldung hat.“
Unterdessen bekräftigte der EZB-Vizepräsident, dass der beste Weg zur Erholung des Wirtschaftswachstums in der EU die rasche Eindämmung der Inflation sei.
Die EZB kündigte am 8. September eine Rekordzinserhöhung an, um die Rekordinflation im gesamten Euroraum einzudämmen, und weitere Zinserhöhungen werden noch vor Ende des Jahres erwartet.
Der EZB-Rat aktualisierte Anfang des Monats seine vierteljährlichen makroökonomischen Projektionen. Darin geht er, ohne dies ausdrücklich zu erwähnen, davon aus, dass die Eurozone in eine sogenannte „Stagflation“ – in der die Wirtschaft bei gleichzeitiger hoher Inflation stagniert – geraten werde.
Angesichts dieser Situation betonte De Guindos die dringende Notwendigkeit, mildernde Maßnahmen für die von der hohen Inflation besonders betroffenen Geringverdiener zu ergreifen, da sie praktisch 100 Prozent ihres Gesamteinkommens für den Konsum ausgeben.