Extreme Dürre zeigt Folgen des Klimawandels für die Slowakei

Extreme Trockenheit habe 2022 weite Teile der Slowakei in normalerweise feuchten Perioden heimgesucht, was zu niedrigen landwirtschaftlichen Erträgen geführt und die Waldökosysteme beeinträchtigt habe, so das hydrometeorologische Institut des Landes (SHMÚ) in einer neuen Analyse.

EURACTIV.sk
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A,Record,Drought,Is,Bothering,Northern,Slovakia,In,The,Spring [Shutterstock/Milan Rybar]

Extreme Trockenheit habe 2022 weite Teile der Slowakei in normalerweise feuchten Perioden heimgesucht, was zu niedrigen landwirtschaftlichen Erträgen geführt und die Waldökosysteme beeinträchtigt habe, so das hydrometeorologische Institut des Landes (SHMÚ) in einer neuen Analyse.

Im Jahr 2022 trat laut der Analyse die erste Dürre im Februar, einem normalerweise regenreichen Montag, auf, gefolgt von einer Dürre im März, als bis zum Ende des Monats 27 Prozent des Landes von schwerer bis extremer Dürre betroffen waren.

In der zweiten Julihälfte des vergangenen Jahres waren demnach fast 60 Prozent des Landes von extremer Trockenheit betroffen, mancherorts dauerte die Dürre mehr als 200 Tage.

Aufgrund dessen fielen die landwirtschaftlichen Erträge in den meisten Teilen des Landes sehr niedrig aus, auch die Waldökosysteme waren betroffen.

Die Trockenheit verursachte rissige und staubige Böden, die die Landwirtschaft, den Obstanbau und die Wälder stark beeinträchtigten. Mais, der irreparabel geschädigt wurde, musste bewässert werden, und Landwirt:innen berichteten über stark geschädigte Bestände von Sonnenblumen, Sojabohnen, Gräsern und Luzerne.

„Die Ergebnisse der Ernte, die sehr früh eintrat (bereits Mitte Juni während der extremen Trockenheit), bestätigten die ersten Schätzungen der Landwirte. Die Winterernte war in vielen Bezirken durchschnittlich oder unterdurchschnittlich“, so das Institut.

„Die meisten Früchte wurden aufgrund der Trockenheit durch Insekten und Vögel beschädigt. Winzer aus der Donauebene berichteten von  Auswirkungen der Trockenheit auf die Reben mit unterdurchschnittlich kleinen Beeren an den Trauben, die jedoch schnell reiften“, so die Analyse weiter.

Extreme Wetterbedingungen wie Dürren dürften auch in Zukunft häufig auftreten, warnten die Klimatolog:innen.

„Das gesamte Klimaregime, wie wir es kennen, ist Geschichte. Wir beginnen, uns nach Südeuropa zu bewegen, was bedeutet, dass das Klima immer mehr dem des Mittelmeers ähnelt. Das geht viel schneller, als wir erwartet haben. Die Übergangsjahreszeiten werden kürzer, und das ist bereits sehr sichtbar“, so der Klimatologe Jozef Pecho gegenüber EURACTIV Slowakei.