Experten fordern tschechische Regierung zur Bekämpfung von Desinformation auf

Tschechische Expert:innen fordern die Regierung auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um gegen die negativen Auswirkungen von Desinformation auf die tschechische Gesellschaft vorzugehen.

EURACTIV.cz
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Tschechische Expert:innen fordern die Regierung auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um gegen die negativen Auswirkungen von Desinformation auf die tschechische Gesellschaft vorzugehen. [<a href="https://www.shutterstock.com/es/image-photo/bangkok-thailand-march-17-2020-facebook-1675920508" target="_blank" rel="noopener">[Shutterstock / Wachiwit]</a>]

Tschechische Expert:innen fordern die Regierung auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um gegen die negativen Auswirkungen von Desinformation auf die tschechische Gesellschaft vorzugehen.

„Die Tschechische Republik braucht eine umfassende Strategie zur Bewältigung dieses Problems und eine Aufstockung der dafür bereitgestellten Mittel“, so die Expert:innen. Allgemeine Plattitüden und Erklärungen würden ihrer Meinung nach nicht ausreichen.

Die Regierung muss diejenigen, die Desinformation und Hass verbreiten, zur Verantwortung ziehen, sagen Analyst:innen. Außerdem sollte die Rolle der unabhängigen Medien gestärkt werden.

„Die Popularität von Desinformation und Verschwörungstheorien und insbesondere ihr Eindringen in die Mainstream-Medien sind auch Symptome einer tieferen sozialen Krise, einer Erosion des Vertrauens in traditionelle Institutionen und Medien und einer Verwirrung über die Veränderungen im Informationsraum“, warnten die Expert:innen ebenfalls.

Die Corona-Pandemie ist zu einem beliebten Thema für Desinformationskampagnen geworden. Wie eine letztjährige Studie des Forschungsinstituts STEM ergab, glauben 40 Prozent der Tschech:innen an mehrere Corona-Verschwörungen.

So glaubt beispielsweise mehr als ein Drittel der Tschech:innen, dass ihre Regierung die Pandemie missbraucht, um die Bevölkerung zu kontrollieren, oder dass Krankenhäuser die Risiken der Pandemie übertreiben, um Geld zu verdienen.

„Um die negativen Auswirkungen von Desinformation auf die Gesellschaft zu begrenzen, reicht es nicht aus, sie zu widerlegen oder ihre Urheber zu unterdrücken, sondern es ist auch notwendig, sich auf langfristige und nachhaltige Bemühungen zu konzentrieren, um das Vertrauen in Institutionen und unabhängige Qualitätsmedien zu stärken“, so die Analyst:innen weiter.

Analyst:innen meinen auch, dass die neue Regierung die tschechische EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2022 nutzen sollte, um auf EU-Ebene einen aktiven Dialog über die Regulierung sozialer Plattformen und deren Rolle in einer demokratischen Gesellschaft einzuleiten.

„Das Ziel der tschechischen Politiker sollte es sein, die normalen Nutzer sozialer Plattformen zu stärken, aber auch diese Plattformen so transparent wie möglich zu machen“, so eine Gruppe von Expert:innen des Forschungszentrums STEM, des Prager Instituts für Sicherheitsstudien, des Instituts für internationale Beziehungen Prag und der Vereinigung für internationale Angelegenheiten.