Europas Unternehmen: Dem EU-Winterpaket mangelt es an Weitsicht
Die EU-Kommission hat ihr langerwartetes "Winterpaket" für die Energiepolitik veröffentlicht. Europäische Unternehmen fordern verbindliche nationale Ziele für erneuerbare Energien. EURACTIV Frankreich berichtet.
Die EU-Kommission hat ihr langerwartetes „Winterpaket“ für die Energiepolitik veröffentlicht. Europäische Unternehmen fordern verbindliche nationale Ziele für erneuerbare Energien. EURACTIV Frankreich berichtet.
Am Dienstag hat die Europäische Kommission 1.000 Seiten an neuen Energiegesetzen veröffentlicht. Inzwischen kritisierten zehn der grössten Unternehmen in Europa den Erneuerbare-Energie-Plan der EU als schwach.
In einem Bericht der „Prince of Wales’s Corporate Leaders Group“ forderten Stimmen aus verschiedenen Sektoren, wie zum Beispiel der Möbelindustrie, der Telekommunikation, der Heimwerkerbranche und der Chemieindustrie, die Bemühungen im Bereich erneuerbare Energien besser zu koordinieren.
„Regionale Unterschiede sind ein Alptraum“
Die EU-weite Zielsetzung von 27 Prozent für erneuerbare Energien bis 2030 sei nicht spezifisch auf die Mitgliedstaaten aufgeteilt worden – im Gegensatz zu den bestehenden 2020-Zielen, bedauern führende Wirtschaftsvertreter.
Die Europäische Kommission plane, ein Programm zu entwickeln, in dem der Konsument das Herzstück der EU-Energiepolitik bildet, heißt es in einem von EURACTIV eingesehenen vertraulichen Dokument. Darüber hinaus soll das Programm den Verbrauchern ermöglichen, selbst erneuerbare Energien zu produzieren und zu vertreiben. Untergraben wird das Projekt jedoch durch das niedrige Gesamtziel und die Tatsache, dass es auf nationaler Ebene nicht verbindlich ist, so der Bericht. Vorreiter der Energiewende sind sehr enttäuscht vom Fehlen jeglicher Lastenverteilung.
Das „Winter-Paket“ – wie Europas Energiepolitik in Zukunft aussehen soll
Die EU-Kommission legt ein umfassendes Regelungswerk zu Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und dem Strommarkt vor –…
5 Minuten
„Wir wollten die Erfahrungen europäischer Unternehmen zusammenfassen. Was deutlich wird, ist, dass wir ehrgeiziger werden müssen. Alles andere ist [aus geschäftlicher Sicht] nicht rentabel“, erklärt Jill Duggan, Leiterin der Unternehmensgruppe Prince of Wales Foundation.
Suche nach längerfristiger Vision
Für Giles Dickson, Präsident des Lobbyverbandes WindEurope, sind Investitionen besonders wichtig. Nur sieben der 28 EU-Mitgliedstaaten legten Ziele für erneuerbare Energien nach 2020 fest. Dies habe nicht dazu beigetragen, neue Erzeugungskapazitäten aufzubauen, so Dickson. „Neue Windkraftlagen sind im ersten Halbjahr 2016 um neun Prozent zurückgegangen“, merkt er an.
Vorteile erneuerbarer Energien
„Einige Anleger investieren weniger in Bereiche wie Kohle“, erklärt er. Politische Entscheidungsträger sollten ihn zufolge auf Investitionen in erneuerbare Energien drängen.