Europawahl in Estland: Technische Probleme bei Online-Wahlstart

In Estland haben am Montag die Europawahlen begonnen. Die Bürgerinnen und Bürger gaben ihre Stimme sowohl persönlich als auch online ab, obwohl es technische Probleme mit der Online-Wahlplattform gab. 

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This article is part of our special report "Die Europawahlen aus Sicht der EU-Hauptstädte"
Nach Angaben des estnischen Rundfunks wurden bis 16.45 Uhr mehr als 12.700 Stimmen online und fast 6.000 persönlich abgegeben. [EPA-EFE/TOMS KALNINS]

In Estland haben am Montag die Europawahlen begonnen. Die Bürgerinnen und Bürger gaben ihre Stimme sowohl persönlich als auch online ab, obwohl es technische Probleme mit der Online-Wahlplattform gab. 

Drei Tage vor dem offiziellen Termin der Europawahlen, die diese Woche vom 6. bis 9. Juni stattfinden, konnten die Esten bereits ihre Vertreter im Europäischen Parlament wählen.

Allerdings konnten einige Wähler ihre Stimme wegen technischer Probleme mit der Wahlwebsite nicht online abgeben, teilte die estnische Wahlkommission (RVK) am Montag mit.

RVK-Chef Arne Koitmäe erklärte gegenüber dem staatlichen Radiosender ERR, dass einige Webbrowser die für die Stimmabgabe notwendige Spezialanwendung als Schadsoftware identifiziert und deren Download blockiert hätten.

„Es ist bekannt, dass Antiviren-Software diese Anwendung erkennt. Es ist nur ein Browserproblem“, sagte er.

Nach Angaben des estnischen Rundfunks wurden bis 16.45 Uhr mehr als 12.700 Stimmen online und fast 6.000 persönlich abgegeben.

Während die Esten zu den Urnen gehen, sieht sich die amtierende Premierministerin Kaja Kallas (Renew) mit einem Popularitätsverlust konfrontiert. Grund dafür sind die Haushaltskürzungen im öffentlichen Sektor und das weit verbreitete Gefühl in der Bevölkerung, dass Kallas sich mehr auf eine mögliche zukünftige Position in der NATO oder der EU konzentriert als auf die Innenpolitik.

Kallas‘ Absturz in den Umfragen kommt der Europäischen Volkspartei (EVP) zugute, die in den letzten sechs Monaten mit einer Rhetorik gegen klimapolitische Initiativen und einer kritischeren Haltung zum Bau einer teuren baltisch-polnischen Eisenbahnverbindung, dem Rail Baltica-Projekt, in den Umfragen vorne lag.