Europäisches Parlament: Indien 'genauso wichtig' wie China [DE]

EU-Abgeordnete haben einen Bericht unterstützt, der die Kommission dazu aufruft, ihr Augenmerk stärker auf Indien auszurichten und Gespräche über ein Freihandelsabkommen zu eröffnen. 

EU-Abgeordnete haben einen Bericht unterstützt, der die Kommission dazu aufruft, ihr Augenmerk stärker auf Indien auszurichten und Gespräche über ein Freihandelsabkommen zu eröffnen. 

Der Bericht des britischen Europaabgeordneten Sajjad Karim wurde am 28. September 2006 angenommen. Er unterstützt die Haltung von Handelskommissar Peter Mandelson, dass die EU eine aktivere Herangehensweise an die asiatischen Märkte verfolgen sollte, unterstreicht jedoch ebenfalls, dass die Kommission der „größten Demokratie“ der Welt mehr Bedeutung beimessen muss.

Der Bericht lehnt die „Besessenheit der EU mit China“ und die „Bevormundung von Indien“ ab und verweist auf die missglückte Handhabung der Mittal-Affäre. Im Bericht wird die EU aufgefordert, ihre Beziehungen zu ihrem zehnt-größten Handelspartner zu verbessern.

Laut Karim machen das rasche Wirtschaftswachstum in Indien sowie die große Anzahl an englischsprachigen Arbeitskräften Indien zu einem attraktiven Partner. Es sei jedoch notwendig, „frustrierende“ Handels- und Investitionshindernisse abzubauen.

Die Abstimmung im Parlament kommt zwei Wochen vor einem EU-Indien-Gipfel, bei dem eine Hochrangige Gruppe für Handel die Empfehlung aussprechen wird, eine „erweiterte Handels- und Investitionspartnerschaft“ zum „gegenseitigen Vorteil“ einzugehen. 

Der Europaabgeordnete Charles Tannock pflichtete diesen Schlussfolgerungen bei und nannte ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien einen entscheidenden Schritt nach vorne. Indien sei auf Industriegüter aus Europa angewiesen und die EU sei abhängig von indischen Dienstleistungen und Maschinen.

Der Bericht unterstreicht ebenfalls die Notwendigkeit, das Augenmerk auf die Verbesserung der Lebensumstände der Armen und Unterprivilegierten in Indien zu richten. Trotz nachhaltigen Wirtschaftswachstums – dank des ‚IT-Booms’ – leben 30% der indischen Bevölkerung weiterhin von weniger als 1 US-Dollar pro Tag und 40% der Inder sind Analphabeten.