Europäische Universitäten für Wettbewerbsfähigkeit ‚zu homogen’ [DE]

Ein Mangel an Autonomie und Vielfalt im europäischen Hochschulsystem behindere die Wettbewerbsfähigkeit und Qualität europäischer Universitäten und verleite Industrie und Wirtschaft in der EU dazu, Investitionen eher in Forschung und Entwicklung außerhalb der EU zu tätigen, als in der Union. Davor warnen Unternehmen und Universitäten.

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Ein Mangel an Autonomie und Vielfalt im europäischen Hochschulsystem behindere die Wettbewerbsfähigkeit und Qualität europäischer Universitäten und verleite Industrie und Wirtschaft in der EU dazu, Investitionen eher in Forschung und Entwicklung außerhalb der EU zu tätigen, als in der Union. Davor warnen Unternehmen und Universitäten.

Beim europäischen Wirtschaftsgipfel 2008 waren sich am 22. Februar 2008 die Vertreter von Hochschulen und der Wirtschaft einig, dass das europäische Hochschulsystem eine schnelle, weitreichende Veränderung benötige, um am weltweiten Wettbewerb um die klügsten Köpfe, um Gelder und um Reputation teilhaben zu können.

Laut den Gipfelteilnehmern schlössen weitere Gründe für die geringe europäische Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf die weltweiten Hochschulsysteme die chronische Unterfinanzierung, die übermäßige Regulierung von Führungsstrukturen der Universitäten, die mangelnde Autonomie und eine isolationistische Einstellung ein, die eine Zusammenarbeit zwischen Universitäten und anderen gesellschaftlichen Akteuren wie Industrie und Wirtschaft verhindere.

Die Schaffung zukunftsfähiger Partnerschaften zwischen Universitäten und Unternehmen sei einer der Wege nach vorn, der zur Überwindung der Probleme bestimmt wurde. Dafür ist jedoch eine größere Autonomie der Universitäten notwendig, um sowohl externe Finanzierungsquellen und deren Verwaltung anzustreben, als auch über die Lehre und äußere Partnerschaften zu entscheiden.  

Die Redner waren sich auch einig, dass es nicht nur um Partnerschaften zwischen Unternehmern und den Universitäten gehe, sondern auch um die Notwendigkeit, eine Schnittstelle zwischen Industrie, Unternehmen sowie Primär- und Sekundärbildung herzustellen.

Sie fügten hinzu, dass der Einbezug von Unternehmen zu einem früheren Zeitpunkt in das Bildungssystem die besorgniserregend hohen Zahlen früher Bildungsabbrecher reduzieren sowie das Interesse an wissenschaftlicher Bildung steigern könne, indem Schüler und Studenten in Kontakt mit dem ‚echten Leben’ kämen und sehen könnten, wozu ihnen beispielsweise Mathematik im weiteren Leben dienen könne.

Unterdessen erhielt Kommissionspräsident José Manuel Barroso während einer Begleitveranstaltung des Europäischen Wirtschaftsgipfels ein Buch, das ein Beispiel für eine erfolgreiche gemeinsame Unternehmung – eine Zusammenarbeit zwischen 30 Unternehmen und 147 Vorschulen in den Niederlanden – enthält (EURACTIV vom 17. März 2006).

Das Projekt namens Jugend- und Technologienetzwerk Niederlande (Jet-Net) unterstützt seit fünf Jahre Schulen dabei, ihre naturwissenschaftlichen Stundenpläne attraktiver zu gestalten, indem eine Bandbreite an Aktivitäten genutzt wird. Durch das Projekt können Schüler ein besseres Verständnis von ihren künftigen Karrierechancen in den Bereichen Industrie und Technologie gewinnen.