Europäische Patentorganisation soll grüne Innovation untersuchen [DE]

Die Europäische Patentorganisation (EPO) hat eine detaillierte Studie begonnen, um den Wachstum im Bereich der Öko-Innovation seit Einführung des Kyoto-Protokolls zur Erderwärmung zu untersuchen. Der Schritt kommt vor dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen nächsten Monat und zu einem Zeitpunkt, wo Hauptakteure der Industrie sich für umweltfreundliche Technologien aussprechen.

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Die Europäische Patentorganisation (EPO) hat eine detaillierte Studie begonnen, um den Wachstum im Bereich der Öko-Innovation seit Einführung des Kyoto-Protokolls zur Erderwärmung zu untersuchen. Der Schritt kommt vor dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen nächsten Monat und zu einem Zeitpunkt, wo Hauptakteure der Industrie sich für umweltfreundliche Technologien aussprechen.

Wirtschaftsvertreter setzen ihre Hoffnungen auf umweltfreundliche Innovationen als Lösung für das doppelte Problem des Klimawandels und der Finanzkrise. Jedoch sind in diesem Bereich kaum konkrete Daten vorhanden, sodass Schätzungen über das wahre Ausmaß des europäischen Öko-Innovationssektors schwierig bleiben.

Dies wird sich im April nächsten Jahres ändern, wenn die EPO die ersten Ergebnisse eines Großprojekts veröffentlicht, welches das Wachstum von Patenten für umweltschonende Technologien untersucht.

Die Studie wird auch untersuchen, wie sich die Landschaft für grüne Patente seit dem Kyoto-Protokoll von 1997 entwickelt hat und wie Firmen auf Anreize und Signale aus der Politik reagiert haben.

Ein EPO-Sprecher sagte, dass der Bericht ursprünglich mit der Kopenhagener Konferenz zusammenfallen sollte, nun aber rechtzeitig für eine 2010 stattfindende Konferenz zu Innovationen im Bereich der erneuerbaren Energien erwartet wird, die vom spanischen EU-Vorsitz ausgerichtet wird.

Rohdaten der EPO deuten auf ein schnelles Wachstum bei den Patentanträgen für Umwelttechnologien hin. In den zehn Jahren seit 1998 stiegen die Patentanträge für neue Energieinnovationen um durchschnittlich 6% jährlich.

Windenergie, Brennstoffzellen, solarthermische und photovoltaische Energietechnologien haben seit Ende der 1990er das stärkste Wachstum gezeigt.

Die USA, Deutschland, Japan und die Niederlande sind dabei die Länder mit der höchsten Zahl von Innovationen im Sektor der neuen Energien, wobei Firmen wie General ElectricSiemens und Nissan die meisten Patentanträge gestellt haben.

Zentrale Rolle für PPPs bei ‘Öko-Innovation’

Größere Verbindungen zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor könnten ein Markenzeichen der aufkommenden grünen Industrie in Europa sein, sagten hohe Vertreter aus Politik and Industrie, die sich in Brüssel zu einem Seminar über Öko-Innovation trafen, das vom Lisbon Council organisiert wurde.

Marcel Haag, Referatsleiter mit dem strategischen Ziel der Solidarität beim Generalsekretariat der Europäischen Kommission, sagte, dass der öffentliche und der private Sektor Hand in Hand arbeiten müssten, um Innovationen zu ermöglichen. „Dies kann nicht vom öffentlichen oder vom privaten Sektor allein geleistet werden“, sagte er.

Haag sagte, Klimawandel und Innovation würden die wichtigsten Prioritäten der neuen Europäischen Kommission sein. Er verwies auf die Rolle des Emissionshandelssystems der Union (EU ETS), das den CO2-Ausstoß mit einem Preis versieht, als möglicher Wegbereiter zukünftiger Innovationen. Jedoch dämpfte Haag allzu hohe Erwartungen, indem er hinzufügte, dass die EU nur handeln könne, wo Eingriffe der Gemeinschaft zu einem wirklichen Mehrwert beitragen.

Das System zum Schutz des geistigen Eigentums sei ein wesentlicher Engpass, der die Ermutigung von Innovation verhindere, sagte er und fügte hinzu, dass Fortschritte bei diesem ständigen Problem für die EU Priorität habe.

Öffentlich-private Partnerschaften (PPPs) würden auch dabei helfen, die grünen Technologien der Zukunft voranzutreiben, sagte er und verwies auf die Gemeinsamen Technologieinitiativen (GTIs) und das Europäische Konjunkturprogramm, das einige PPPs etwa beim elektrischen Verkehrswesen vorsieht.

„Wir untersuchen gerade, wie wir durch eine bessere Abstimmung zwischen den Beteiligten und eine Vereinfachung der sehr komplexen GTIs mehr aus den PPPs gewinnen können”, so Haag.

Jedoch warnte Tom Barrett von der Europäischen Investitionsbank (EIB), dass PPPs nicht immer die richtige Lösung seien. Er sagte, diese könnten komplexe Instrumente sein und sogar ein Hindernis für die Sicherstellung von öffentlicher Unterstützung für Großprojekte darstellen.

Barrett betonte, es sei wichtig zu verstehen, warum einige PPPs gut funktionierten, während sich andere als weniger erfolgreich herausgestellt hätten.

Industriegrößen für grüne Technologie

Hochrangige Industrieriesen, unter ihnen GooglePhilips und IBM, haben sich – und ihre finanziellen Mittel – für die Bemühungen um grünere Technologien eingesetzt.

Harry Verhaar, Abteilungsleiter für Klimawandel und Energie bei Philips, sagte, dass Energieeinsparungen durch Beleuchtung und eine verbesserte Wärmedämmung dabei helfen würden, Europas CO2-Emissionen zu senken und gleichzeitig eine große Anzahl von Arbeitsplätzen zu schaffen.

„Energietechnologien sind die nächste wirtschaftliche Welle”, sagte er und fügte hinzu, dass die USA, China und Südkorea bereits stark in umweltfreundliche Energien investierten.

Verhaar sagte, dass Beleuchtung 19% des weltweiten Effizienzkonsums darstelle und dass die in diesem Bereich genutzte Technologie extrem ineffizient sei.

120 Milliarden Euro können durch effizientere Beleuchtung eingespart werden und dies würde bedeuten, das weniger Kraftwerke benötigt werden. Weitere Einsparungen könnten gemacht werden, indem man Europas Bausubstanz verbessert, da 99% aller Gebäude laut Verhaar renoviert werden müssten. Er sagte, dass Frankreich zum Beispiel bis 2050 1,000 Häuser am Tag renovieren müsste, um seine Zielsetzungen zur Reduktion von Treibhausgasen zu erfüllen.

„Dies ist kein Opfer. Es wird zu mehr Arbeitsplätzen, höherem Komfort und niedrigeren Rechnungen beitragen”, sagte er.