Europäische Polizeikräfte unterstützen Frankreich bei Olympischen Spielen

Zu den Olympischen Spielen in Paris werden Tausende von Athleten aus der ganzen Welt erwartet. Polizeibeamte aus rund vierzig Ländern werden die französischen Polizeikräfte bei der Sicherung des größten Sportereignisses der Welt unterstützen.

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Preparations for the opening ceremony of the Paris 2024 Olympic Games
Die Direktion für Sicherheitskooperation beaufsichtigt den Einsatz von 1.800 internationalen Polizeibeamten aus rund 40 Ländern. [EPA-EFE/CHRISTOPHE PETIT TESSON]

Zu den Olympischen Spielen in Paris werden Tausende von Athleten aus der ganzen Welt erwartet. Polizeibeamte aus rund vierzig Ländern werden die französischen Polizeikräfte bei der Sicherung des größten Sportereignisses der Welt unterstützen.

Die Olympischen und Paralympischen Spiele werden am Freitag (26. Juli) in Paris unter fast noch nie dagewesenen Sicherheitsmaßnahmen eröffnet und am 11. August beendet.

Das Innenministerium stützt sich auf die nationale Koordinierung für die Sicherheit der Olympischen Spiele (CNSJ) und insbesondere auf die Direktion für internationale Sicherheitskooperation (DCIS).

Die Direktion für Sicherheitskooperation beaufsichtigt den Einsatz von 1.800 internationalen Polizeibeamten aus rund 40 Ländern. Darunter Katar, Marokko, Chile, Kanada, Südkorea, Brasilien und 31 europäische Länder.

„Die Zielländer wurden vom DCIS-Netz der internen Sicherheitsdienste auf der Grundlage des von den französischen Direktionen, Einheiten und Diensten der inneren Sicherheit geäußerten Bedarfs ermittelt“, erklärte das Innenministerium gegenüber Euractiv.

Konkret handelt es sich bei den ausländischen Polizeibeamten um Hundestaffeln für die Suche nach Sprengstoff, Drohnenabwehr-Teams, Grenzschutzbeamte, Spotter (Polizeibeamte, die gewaltbereite Anhänger aufspüren), Bombenentschärfungsexperten, Reiter und Motorradfahrer.

Diese Verstärkung wird Beamte der Pariser Polizeiverwaltung, der nationalen Polizei, der nationalen Gendarmerie und des Zivilschutzes unterstützen. Viele von ihnen werden an Bahnhöfen, Flughäfen und in der Nähe der 39 olympischen Austragungsorte stationiert sein.

Die Spanier sind im Einsatz

Laut der offiziellen Website der spanischen Nationalpolizei patrouillieren seit dem 11. Juli Beamte von der iberischen Halbinsel in den Straßen von Paris.

Rund 300 spanische Beamte, darunter 175 Polizeibeamte und 142 Mitglieder der Guardia Civil (eine spanische Polizeieinheit), sowie Angehörige der Armee werden im Einsatz sein. Laut der spanischen Zeitung El Mundo handelt es sich um den größten Einsatz in der Geschichte außerhalb des Landes. Spanien ist außerdem der größte Beitragszahler Europas zu den Olympischen Spielen.

Die spanischen Beamten werden auf der „letzten Meile“ eingesetzt, wo die Menschenmassen am dichtesten sind. Zusätzlich in den Stadien, während der Eröffnungs- und Abschlussfeierlichkeiten und in den Zentren, in denen die nationalen Delegationen untergebracht sind, als auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Damit sie ihren Aufgaben nachkommen können, werden die Beamten über ihre gewohnten Waffen verfügen, die vom französischen Innenministerium genehmigt worden sind.

Der Sicherheitsaspekt in den deutsch-französischen Beziehungen

Deutschland war vor einigen Wochen Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft 2024. Daher war die polizeiliche Zusammenarbeit zwischen Paris und Berlin in den letzten Monaten besonders effektiv.

Seit 2019 bringt die deutsch-französische Einsatzeinheit (DFEE) rund sechzig Personen der französischen Gendarmerie und der deutschen Bundespolizei zusammen, um an Präventions- und Sensibilisierungsmaßnahmen auf beiden Seiten des Rheins zu arbeiten.

„Wir werden bis zum 9. September in Paris sein. Unser Ziel ist es, für die Besucher sichtbar und erkennbar zu sein, um potenzielle Diebe abzuschrecken“, erklärte Bertrand Loubette, ein französischer Offizier der deutsch-französischen Einsatzeinheit, gegenüber Euractiv.

Seit dem 23. Juli ist die deutsch-französische Einsatzeinheit im Jean-Bouin-Stadion in Paris, in der Nähe des deutschen Olympischen Hauses, stationiert. Sie dienen als Schnittstelle zu den Fans und sollen Informationen für die Öffentlichkeit bereitstellen.

Britische Freiwillige in Paris

Der britische nationale Rat der Polizeichefs (NPCC) bestätigte Euractiv, dass „eine kleine Anzahl [britischer Polizeibeamter] in Paris und Marseille anwesend sein wird. Unsere Beamten werden nicht bewaffnet sein, sie werden die französischen Beamten unterstützen, die die Operationen leiten.“

Fünfzig freiwillige britische Polizisten werden an der Operation teilnehmen. Im Vereinigten Königreich wurden rund 500.000 Eintrittskarten für den Wettbewerb verkauft.

Der europäische Rahmen für die polizeiliche Zusammenarbeit

Auf europäischer Ebene zielen die Prümer Beschlüsse darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen den Polizei- und Justizbehörden der EU-Länder zu fördern. Im Vordergrund steht dabei die Bekämpfung von Terrorismus und grenzüberschreitender Kriminalität. Veranstaltungen wie die Olympischen Spiele fallen in den Geltungsbereich dieser Abkommen.

Partnerschaften zur Gewährleistung der Sicherheit bei internationalen Großveranstaltungen sind üblich. Die Sicherheitsvorkehrungen für die Olympischen Spiele in Paris sind Teil eines bestehenden europäischen und internationalen Rahmens.

Während der Fußball-Europameisterschaft 2016 profitierte Frankreich beispielsweise von der Sicherheitsunterstützung durch 23 Länder.

Im vergangenen Jahr reisten mehr als 160 europäische Polizeibeamte und Gendarmen zur Rugby-Weltmeisterschaft nach Frankreich. Umgekehrt hat Frankreich 220 Gendarmen für die Fußballweltmeisterschaft 2022 nach Katar entsandt.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]