Europaabgeordneter: Innovation durch öffentliche Anschaffungen fördern [DE]
Öffentliche Einrichtungen sollten innovative kleine und mittelständische Unternehmen über die Vergabe von Aufträgen an sie hinaus, auch anderweitig unterstützen, sagte der Europaabgeordnete Malcolm Harbour (EPP-ED, UK) in einem Interview mit EURACTIV.
Öffentliche Einrichtungen sollten innovative kleine und mittelständische Unternehmen über die Vergabe von Aufträgen an sie hinaus, auch anderweitig unterstützen, sagte der Europaabgeordnete Malcolm Harbour (EPP-ED, UK) in einem Interview mit EURACTIV.
Harbour ist der Berichterstatter des Europaparlamentes, für einen Bericht des Binnemarktsausschusses zum Ankauf vorkommerzieller Produkte durch die öffentliche Hand. Das Dokument soll öffentliche Einrichtungen dazu ermutigen kleine und mittelständische Betriebe mit innovativen Konzepten zu unterstützen.
„Wir investieren mehrere hundert Milliarden Euro in von der öffentlichen Hand vergebene Aufträge. Behörden sollten die Forschung und Entwicklung unterstützen und fördern, bevor sie einen Auftrag vergeben“, sagt der Europaabgeordnete.
Lokalregierungen könnten eine Reihe von kleinen Unternehmen fördern, um sie bei der Entwicklung von Produkten zu unterstützen, die die Anforderungen in der öffentlichen Auftragsvergabe erfüllen. Viel versprechende Vorschläge könnten dann auch in der Entwicklungsphase unterstützt werden.
Als Beispiel nannte eine niederländische Behörde, die eine bessere Methode zur Inspektion von Deichen suchte. Im Moment führen sie diese Aufgaben noch manuell aus.
„Die Frage lautete also: Gibt es eine automatisierte Technik die wir dafür anwenden können? Das wurde als Konzept veröffentlicht und schließlich wurden vier oder fünf verschiedene Vorschläge eingereicht, die völlig unterschiedliche Methoden vorschlugen, unter anderem die Analyse von Luftaufnahmen oder der Einsatz von Sensoren.“
„Dann wurden einige Vorschläge ausgewählt, die dann in die nächste Phase gingen und schließlich wurde der beste Vorschlag bestimmt. Dieser vorkommerzielle Prozess wurde also staatlich gefördert“, erläuterte Harbour.
Auch von vielen Unternehmen, deren Vorschlag letztendlich nicht ausgewählt wurde, seien Rückmeldungen gekommen. Auch wenn sie nicht den Auftrag bekommen hatten, so seien doch einige in der Lage gewesen, ihre Technik weiterzuentwickeln und sie schließlich an jemand anderen zu verkaufen.
„Die Unterstützung eines innovativen Unternehmens ist eine Methode, neue Technologien zu unterstützen, auch wenn die öffentliche Einrichtung, für die sie entwickelt wurde, diese Technologie nicht nutzen möchte“, fügte Harbour hinzu.
Öffentliche Einrichtungen sollten so eine handfeste Rolle in der Umsetzung von Regierungsrichtlinien spielen, z.B. in den Bereichen des Klimawandels, oder der Telemedizin.
In dem umfangreichen Interview drückte Harbour auch seine Sorge über die Unterstützung der von der Krise geschüttelten Automobilindustrie aus, die seiner Meinung nach zu langsam anlaufe. Er sprach außerdem über das Parteiprogramm der brititschen Konservativen in den Europawahlen.
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