Europa von Entlassungswelle getroffen [DE]
Unternehmen aus den Vereinigten Staaten und Europa kündigten am Montag (26. Januar 2009) den Abbau von über 70 000 Arbeitsplätzen an. Seit Beginn der Wirtschaftskrise scheint der vergangene Montag damit zum schwärzesten Tag für den Arbeitsmarkt geworden zu sein.
Unternehmen aus den Vereinigten Staaten und Europa kündigten am Montag (26. Januar 2009) den Abbau von über 70 000 Arbeitsplätzen an. Seit Beginn der Wirtschaftskrise scheint der vergangene Montag damit zum schwärzesten Tag für den Arbeitsmarkt geworden zu sein.
Die niederländische Banken- und Versicherungsgruppe ING gab an, dieses Jahr weltweit 7 000 Stellen streichen zu wollen, um ihre Kosten um eine Milliarde Euro zu senken, bei Philips, dem niederländischen Elektro-Unternehmen, sollen 6 000 Arbeitsplätze wegfallen und dadurch jährlich schätzungsweise 400 Millionen Euro eingespart werden. Corus, der britisch-niederländische Stahlhersteller, kündigte ähnliche Maßnahmen an (3 500 Entlassungen).
Die schlechtesten Nachrichten kamen allerdings von der anderen Seite des Atlantiks, wo Caterpiller, das weltweit führende Unternehmen für die Herstellung von Bau- und Bergbaumaschinen, bekannt gab, 20 000 Arbeiter freizustellen, um seine Kosten kontrollieren zu können. Ähnliche Ankündigungen gab es beim US-amerikanischen Pharmakonzern Pfizer (19 000 Entlassungen), beim Telekommunikationskonzern Sprint Nextel (8 000), bei Home Depot (7 000) und bei General Motors (2 000).
In den 15 Ländern der Eurozone gingen unterdessen im November 2008 die Aufträge für die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr um 26,2% zurück (-25,4% für die gesamte EU), zeigten Statistiken von Eurostat, die am 22. Januar 2009 veröffentlicht wurden.
Was als Krise auf den Finanzmärkten begonnen habe, sei schnell zu einer globalen Arbeitsmarktkrise angewachsen, meint die International Labour Organisation (ILO) auf ihrer Internetseite. Die Arbeitslosigkeit nehme zu. Die Zahl der Menschen, die trotz Arbeit in Armut lebten, steige. Die Unternehmen gingen unter. Man mache sich zunehmend Gedanken über das Gleichgewicht, die Gerechtigkeit und die Nachhaltigkeit dieser Art von Globalisierung, die man im Vorfeld der Finanzkrise habe beobachten können.
Genaue Zahlen über die Einschnitte auf dem europäischen Arbeitsmarkt sind noch nicht bekannt, aber da die Europawahlen im Juni näher rücken, äußerten sich die Politiker trotzdem zu den Ereignissen.
Die Aussichten verdunkelten sich, aber wo blieben die neuen Bemühungen der Europäischen Union, fragte Poul Nyrup, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE), in einer Erklärung in der vergangenen Woche. US-Präsident Barack Obama bereite sein Investitionspaket vor, China und Russland steckten viel Geld in ihre Wirtschaft, aber unternehme Europa genug? Er habe den Eindruck, dass Europa zu wenig unternehme und zu zögerlich und unkoordiniert handle.
Europa solle neue und außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen, um den prognostizierten Abbau von 3,5 Millionen Arbeitsplätzen dieses Jahr aufzuhalten, erklärte Rasmussen weiter.
Da die Zahl der Entlassungen steigt, beginnt sich eine soziale Unruhe auszubreiten. In Frankreich kündigten die Gewerkschaften für Donnerstag einen landesweiten Streik an, um einen Sozialplan zu unterstützen, mit dem die Wirtschaft angekurbelt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollen.