Europa Kompakt - Der Angriff hat begonnen
Europa Kompakt für ihren Morgen. Der russische Angriff auf Donbass hat begonnen, deutscher Druck in Bosnien-Herzegowina wirkt und Russland wollte tschechische Diplomaten rekrutieren.
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„Wir können jetzt bestätigen, dass die russischen Truppen die Schlacht um den Donbass begonnen haben, die sie seit langem vorbereiten“, so der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am späten Montagabend auf Telegram.
Während man in Berlin weiter auf den Händen sitzt und zur Beschwichtigung der Kritiker:innen für die Ukraine ein eine Milliarde Euro Einkaufsbudget für Waffen einrichten will, ist die Großoffensive im Donbass nach dem gescheiterten Angriff auf Kyjiw Russlands große Hoffnung.
Die USA helfen eilig und beständig mit schweren Waffen. Währenddessen sieht man in Paris und Berlin eher ohnmächtig zu. Denn zu groß scheint die Angst vor dem Kreml, zu groß die heimischen Probleme. Während Frankreich in der Endphase des Wahlkampfs ist, kämpft in Deutschland die Kanzlerpartei SPD mit ihrer Nähe zu Russland.
Angesichts einer derartig verzwickten Lage kann man nur den Militärexperten Carlo Masala zitieren: “Thoughts and prayers und schwere Waffen“.
Den Artikel zur Großoffensive können Sie hier lesen.
LNG-Terminal in Stade. Auf der Suche nach Alternativem zum russischen Gas hat LNG eine Renaissance erlebt. Das Konsortium des geplanten Import-Terminals für Flüssigerdgas (LNG) in Stade hat seine Gesellschafterbasis um das US-Chemieunternehmen Dow erweitert und so einen erfolgreichen Baubeginn wahrscheinlicher gemacht.
Schlag gegen Botnetz ZLoader. Microsoft hat nach eigenen Angaben 65 Domains, mit denen das Botnetz ZLoader gesteuert wird, in Zusammenarbeit mit Sicherheitsfirmen unter Kontrolle gebracht.Dieses wird von einer kriminellen Bande betrieben und basiert auf einem geleakten Code der ZeuS-Malware. Das Netz kann Sicherheits- und Antivirensoftware deaktivieren und bietet auch “Malware als Service” an.
Die digitale Geschichte der Ukraine. Die Gruppe Saving Ukrainian Cultural Heritage Online ist darum bemüht, digitale Inhalte und Daten von ukrainischen Kultureinrichtungen, die durch die russische Invasion bedroht sind, zu bewahren.
Mehr als 1.300 Fachleute, von Bibliothekaren und Archivaren bis hin zu Forschern und Programmierern, arbeiten freiwillig daran, wichtige ukrainische Webseiten zu identifizieren und zu archivieren, deren Daten auf Servern in Universitäten, Bibliotheken, Museen und Galerien liegen. Nach eigenen Angaben hat die Gruppe bisher mehr als 30 Terabyte an gescannten Dokumenten, Kunstwerken und anderem Material von mehr als 3.500 Webseiten gesichert.
EU soll hohe Standards bei HIV-Behandlung für Geflüchtete sicherstellen. In einem gemeinsamen Papier haben die Europäische Klinische AIDS-Gesellschaft (EACS) und andere Organisationen die EU-Länder aufgerufen, in ganz Europa eine einfach zugängliche und hochwertige Versorgung für ukrainische Flüchtlinge bereitzustellen, die mit HIV leben. Laut Schätzungen der UN lebten in der Ukraine vor Ausbruch des Krieges zirka 260.000 Menschen mit dem Virus, 152.000 davon auf die Einnahme täglicher Medikamente angewiesen.
Treibstoff für die Ukraine. Eine der wesentlichen Herausforderungen, die Landwirt:innen in der Ukraine bei der Frühjahrsaussaat aktuell im Weg stehen, ist ein akuter Mangel an Treibstoff. EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski will Abhilfe schaffen und hat nun zugesagt, 50.000 Tonnen Diesel pro Woche an die ukrainische Landwirtschaft zu liefern. Dieser soll aus der strategischen Treibstoffreserve Polens kommen – dem Heimatland des EU-Kommissars.

Spanien prangert „schreckliche Vergewaltigungen“ an, warnt vor chemischen Waffen. Die spanische Verteidigungsministerin betonte am Montag, man könne „niemals“ ausschließen, dass Russland in der Ukraine atomare, biologische und chemische Waffen einsetzt.
Nach Druck aus Berlin: Serben in Bosnien-Herzegowina rudern zurück. Der serbische Teilstaat von Bosnien und Herzegowina, die Republika Srpska, will nach deutschem Druck einen umkämpften Beschluss verschieben.
Russische Geheimdienste wollten tschechische Diplomaten rekrutieren. Der stellvertretende tschechische Botschafter in Moskau wurde von den russischen Behörden aufgefordert, mit den russischen Geheimdiensten zusammenzuarbeiten, bevor er des Landes verwiesen wurde. Er weigerte sich, zu kooperieren.
EU wird Polen bei der Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge helfen. Polen wird 59 Millionen Euro im Voraus aus dem REACT-EU-Programm zur Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge erhalten.
Französische Botschaft ist zurück in Kyjiw. Die französische Botschaft in Kyjiw wurde am Wochenende wieder eröffnet, nachdem die Sicherheitslage in der ukrainischen Hauptstadt als „akzeptabel“ eingestuft wurde.
Portugal will seine Streitkräfte modernisieren. Die Streitkräfte zu modernisieren und dafür zu sorgen, dass Portugal sich als „glaubwürdiger Sicherheitsakteur“ auf der Weltbühne durchsetzt, gehört zu den neuen Prioritäten von Verteidigungsministerin Helena Carreiras.
Niederlande stellen Ermittlungen gegen russische Oligarchen ein. Die niederländische Staatsanwaltschaft (OM) stellt alle Ermittlungen gegen russische Oligarchen wegen Geldwäsche in den Niederlanden ein. Sie befürchten politische Auseinandersetzungen mit Moskau.

- EU: Pegasus-Ausschuss des Europäischen Parlaments legt Ergebnisse vor / Treffen des Sonderausschusses zur COVID-19-Pandemie.
- Videokonferenz zwischen US-Präsident Joe Biden und den Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Polen, Rumänien, dem Vereinigten Königreich, Kanada, der EU und der NATO zur Ukraine.