Europa Kompakt: Brüssel will Preis von russischem Gas deckeln
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Derzeit fließt kein Gas durch Nord Stream 1, obwohl die angekündigte “Wartung” vorbei sein sollte. Laut Gazprom liegt die Schuld bei einem Ölleck. Allerdings scheint es, als ob man in der EU endlich genug von den Spielchen des Kreml hat.
Seit letzter Woche zirkulieren diverse Dokumente durch die Brüsseler Büroräume, eines davon ein Plan, wie man den Preis von russischem Gas deckeln könnte.
Darin werden „zwei mögliche Instrumente“ zur Begrenzung der Großhandelspreise für Gas im Falle weiterer Unterbrechungen – oder sogar eines vollständigen Ausfalls – der Lieferungen aus Russland skizziert.
Das erste „würde eine Preisobergrenze für importiertes Gas aus Russland beinhalten“, während das zweite die Schaffung administrativer Preiszonen für die am stärksten betroffenen EU-Länder, die sogenannten „roten Zonen“, vorsehen würde.
„Ich bin der festen Überzeugung, dass es jetzt Zeit für eine Preisobergrenze für russisches Pipelinegas nach Europa ist“, so Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag (2. September).
„Eine Gaspreisobergrenze kann auf europäischer Ebene vorgeschlagen werden, und es gibt auch eine rechtliche Grundlage auf europäischer Ebene, um in Krisenzeiten vorübergehend Gewinne abzuschöpfen“, fügte sie hinzu.
Den Artikel mit allen Hintergründen zum Thema lesen Sie hier.
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Schiffsunglück vor Gibraltar: Diesel weitgehend entfernt, erste Festnahme. Die Royal Gibraltar Police hat eine Person im Zusammenhang mit dem Unglück des Öltankers „OS 35“ in Gibraltar festgenommen. Ein Großteil der über 500 Tonnen an Bord gelagerten Treib- und Schmierstoffe konnte derweil schon entfernt worden.
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Bulgarien will Preise für russische Visa erhöhen. Nachdem die EU-Mitgliedstaaten sich gegen einen völligen Visastopp entschieden hatten, wird Bulgarien die Visapreise für russische Tourist:innen von 35 Euro auf 80 Euro erhöhen, wie Tourismusminister Ilin Dimitrov in einem Interview mit dem bulgarischen Fernsehen angekündigt hat.
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- EU: Treffen des Assoziationsrates EU-Ukraine unter Leitung des ukrainischen Premierministers Denys Shmyhal und des EU-Chefdiplomaten Josep Borrell.
Innenkommissarin Ylva Johansson empfängt den tschechischen Innenminister.
Kommissionsvizepräsidentin Margrethe Vestager und Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni treffen den französischen Verkehrsminister Clément Beaune.
Die EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola nimmt an einem Arbeitsfrühstück mit dem ukrainischen Premierminister Denys Shmyhal teil und hält einen Facebook-Live-Chat zur Lage der Union.
Ausschusssitzungen des Europäischen Parlaments. - Deutschland: Bundeskanzler Olaf Scholz empfängt den israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog im Kanzleramt.
Greenpeace und sein Anwaltsteam geben eine Pressekonferenz zum Verfahren gegen Volkswagen. - Frankreich: Prozess gegen Verdächtige des LKW-Anschlags von Nizza 2016, bei dem 86 Menschen getötet und über 400 verletzt wurden.
- Österreich: Treffen der OPEC+-Minister zur Bewertung der Ölproduktion.
- Niederlande: Afrika-Anpassungsgipfel im Vorfeld der COP27.
- Großbritannien: Ergebnis der Wahlen zur Führung der Konservativen und Bekanntgabe des neuen Premierministers.
Der Oberste Gerichtshof verhandelt über eine Klage gegen die Pläne der Regierung, Asylbewerber nach Ruanda abzuschieben. - Bulgarien: Der geschäftsführende Premierminister Galab Donev trifft sich mit dem Premierminister der Republik Nordmazedonien Dimitar Kovachevski, der am Montag zu einem eintägigen Besuch in Sofia weilt.
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Gerichtsverhandlung zur Einstellung der Printausgabe der Zeitung “Nowaja Gaseta”.