Europa holt bei Investitionen in saubere Technologien auf [DE]

Risikokapitalinvestitionen in saubere Technologien blieben 2009 trotz der Finanzkrise weiterhin stark: Europäische Investitionen gingen um lediglich 12% im Vergleich zu 42% in Nordamerika zurück, so Zahlen der Marktforscher Cleantech Group und Deloitte.

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Risikokapitalinvestitionen in saubere Technologien blieben 2009 trotz der Finanzkrise weiterhin stark: Europäische Investitionen gingen um lediglich 12% im Vergleich zu 42% in Nordamerika zurück, so Zahlen der Marktforscher Cleantech Group und Deloitte.

Die Risikokapitalinvestitionen in saubere Technologien in Europa, Nordamerika, China und Indien umfassten letztes Jahr 5,6 Milliarden US-Dollar und 557 Vertragsabschlüsse, so ein Vorbericht der beiden Unternehmen. Sie erwarten, dass diese Zahl um 5 bis 10% ansteigen wird, sobald Investoren alle ihre Aktivitäten des vergangenen Jahres bekannt gegeben haben. Damit wäre 2009 für die Branche gemessen an der Zahl der getätigten Abschlüsse ein Rekordjahr.

Der wirtschaftliche Abschwung machte sich beim Gesamtvolumen der Risikokapitalinvestitionen bemerkbar, das um 33% fiel. Die Investitionen in umweltfreundliche Technologie waren jedoch weniger betroffen als andere Bereiche und fielen lediglich auf das Niveau von 2007 zurück.

Europa hinkt den USA bei der Beschaffung von Risikokapital für saubere Technologien bisher hinterher (EURACTIV vom 30. März 2009). 2009 stieg Europas weltweiter Anteil jedoch auf ein Fünfjahreshoch von 29% an. Die USA waren bei der Beschaffung von Risikokapital für saubere Technologien zwar immer noch führend, ihr Anteil ging jedoch von 72% im Jahr 2008 auf 62% zurück.

Die bedeutende Rolle grüner Investitionen bietet selbst nach der enttäuschenden Klimaeinigung von Kopenhagen Anlass zu Optimismus, da Investitionen auch ohne ehrgeizigen weltweiten Vertrag weiterhin getätigt werden.

„Die Rekordhöhe der Aktivitäten von Investoren, Regierungen und Konzernen im Jahr 2009 zeigt, dass der Markt für umweltfreundliche Technologien weiterhin wächst, und zwar unabhängig von nicht verbindlichen weltweiten Einigungen zum Klimaschutz”, sagte Nicholas Parker, Vorstandsvorsitzender der Cleantech Group. „Zusätzlich zu ihren Bemühungen um CO2-Einigungen haben die Regierungen das Jahr genutzt, um Hunderte Milliarden Dollar für saubere Technologien in die Hand zu nehmen und dadurch Wirtschaftswachstum zu schaffen.“

Die geänderten politischen Prioritäten führten auch zu mehr Optimismus im privaten Sektor über Möglichkeiten für Unternehmen im Umweltbereich, sodass trotz des weltweiten Abschwungs verstärkt in Privat- und Versorgungsunternehmen investiert wurde. Letztes Jahr akquirierte der Sektor der Untersuchung zufolge etwa ein Viertel der weltweiten Risikokapitalinvestitionen. Damit zeigte er sich stärker als alle anderen Bereiche einschließlich Software und Biotechnologie.

Solartechnik war bei den Risikoinvestoren mit einem Anteil von 20% die beliebteste umweltfreundliche Technologie. Es folgten in kurzem Abstand Verkehr und Energieeffizienz, die in Europa einen großen Aufschwung erlebten. So konnte sich der Anteil der Investitionen in Effizienz mehr als verdoppeln und lag damit bei 19%.