Euro-Rettungsschirm beflügelt Börsen
Das gigantische Rettungspaket zeigt Wirkung: der Euro erholt sich. In Asien legten alle Aktienmärkte am Montag zu. Der Nikkei schloss mit 1,6 Prozent im Plus. Die Notenbanken der USA, Japans, Kanadas und der Schweiz helfen dem Euro mit einer konzertierten Aktion.
Das gigantische Rettungspaket zeigt Wirkung: der Euro erholt sich. In Asien legten alle Aktienmärkte am Montag zu. Der Nikkei schloss mit 1,6 Prozent im Plus. Die Notenbanken der USA, Japans, Kanadas und der Schweiz helfen dem Euro mit einer konzertierten Aktion.
Der Euro ist am Montag als Reaktion auf den beispiellosen EU-Rettungsschirm über die Marke von 1,30 US-Dollar gesprungen. Damit konnte die Gemeinschaftswährung nach einer kurzen Verschnaufpause im frühen Handel an die kräftigen Kursgewinne vom späten Freitag anknüpfen. Im Vormittagshandel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3038 Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,7669 Euro. Am vergangenen Donnerstagabend war der Euro nach einem historischen Kursrutsch an der New Yorker Börse noch auf gut 1,25 Dollar eingebrochen.
Die Devisenmärkte reagieren nach Einschätzung von Experten der HSH Nordbank auf den "internationalen Kraftakt", der in der vergangenen Nacht ein Hilfspaket mit einem Volumen von insgesamt 750 Milliarden Euro auf den Weg brachte. Die Kurserholung des Euro lässt nun hoffen, dass dem "Wolfsrudelverhalten der Märkte" zunächst einmal Einhalt geboten werden kann.
Händler nannten neben den Nachrichten aus Brüssel auch eine technische Reaktion als Grund für die leichte Erholung in Asien.
Weltweite Aktion für den Euro
Die japanische Zentralbank kündigte am Montag an, bei der Sicherstellung der Versorgung des europäischen Bankensystems mit Fremdwährungen zu helfen. Sie würden wieder sogenannte Swaplines einführen. An der konzertierten Aktion sind neben der Bank of Japan auch die Europäische Zentralbank (EZB), die Federal Reserve in den USA, die Bank of England sowie die Notenbanken der Schweiz und Kanadas beteiligt.
Bei Swaplines handelt es sich um Fremdwährungsgeschäfte unter den Zentralbanken, die sicherstellen sollen, dass zum Beispiel die Banken in der Euro-Zone leicht an Dollar kommen. Hier hatte es zuletzt Probleme gegeben.
Der Vize-Notenbankchef Hirohide Yamaguchi begründete die Beteiligung Japans am Bündnis der Währungshüter damit, dass die Finanzierungsschwierigkeiten in Europa den weltweiten Finanzmärkten schaden könnten. Allerdings sagte er auch: "Die aktuellen Bedingungen sind nicht vergleichbar mit der Zeit nach dem Lehman-Schock."
Zuvor hatten die EZB und die EU-Notenbanken mitgeteilt, erstmals seit Gründung der Währungsunion zum Ankauf von Staatsanleihen bereit zu sein. Wie die EZB in der Nacht zum Montag nach der Verabschiedung eines gigantischen, viele hundert Milliarden Euro schweren Rettungsschirms der Euro-Länder mitteilte, wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt in großem Stil aktiv werden. Über den Umfang der Interventionen werde der EZB-Rat noch entscheiden, hieß es weiter. (EURACTIV.de vom 10. Mai 2010).
rtr/dpa/awr