Euro-Rettung - deutscher Beitrag unklar

Die Bundesregierung will die Euro-Hilfen am Dienstag beschließen. Welchen Teil Deutschland schultert bleibt offen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel geht neue Wege in der Eurokrise. Foto: dpa.
Bundeskanzlerin Angela Merkel geht neue Wege in der Eurokrise. Foto: dpa.

Die Bundesregierung will die Euro-Hilfen am Dienstag beschließen. Welchen Teil Deutschland schultert bleibt offen.

Der deutsche Anteil an dem gigantischem Euro-Rettungspaket könnte nach Angaben der Bundesregierung höher ausfallen als erwartet. Sollten Euro-Länder, die selbst Hilfe brauchen, sich nicht an den Kreditgarantien beteiligen, könnten auf Deutschland in den nächsten drei Jahren höhere Lasten zukommen. Das bestätigte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag in Berlin.

Bisher war eine deutsche Garantiesumme von bis zu 123 Milliarden Euro genannt worden – entsprechend dem Anteil Deutschlands an der Europäischen Zentralbank von rund 28 Prozent. Die genaue Höhe des deutschen Garantie-Rahmens stehe aber noch nicht fest: "Das kann ihnen zum heutigen Tag niemand beantworten", sagte Wilhelm.

Die Regierung will für die Euro-Hilfen bereits am Dienstag im Kabinett einen Gesetzentwurf beschließen.

Wilhelm sagte, ein Auseinanderbrechen des Euro habe verhindert werden müssen.

Deutsche Bundesbank beginnt Staatsanleihenkauf

Die Deutsche Bundesbank hat mit dem Kauf von Staatsanleihen begonnen. Dies bestätigte eine Sprecherin am Montag auf Anfrage von dpa-AFX. Nähere Details über Umfang, Zeitrahmen und betroffene Länder machte sie nicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) wollte keinen Kommentar dazu abgeben.

Die Schuldenkrise in der Eurozone hatte zuletzt auch die Währungshüter zu ungewöhnlichen Schritten gezwungen. Um die Märkte am Leben zu halten, will die EZB in Zukunft zur Not auch Anleihen von hoch verschuldeten Euro-Staaten oder auch privaten Schuldnern aus diesen Ländern kaufen. Vor einigen Tagen hatte EZB-Chef Jean-Claude Trichet bereits angekündigt, auch griechische Anleihen mit schlechter Bonität als Sicherheit anzunehmen.

dpa