Euro-Instabilität wirkt sich negativ auf Wirtschaft aus

Während Griechenland der Staatsbankrott droht, verschärfen die derzeitigen Probleme der Eurozone die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Wirtschaft, so der europäische Arbeitgeberverband BusinessEurope.

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Während Griechenland der Staatsbankrott droht, verschärfen die derzeitigen Probleme der Eurozone die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Wirtschaft, so der europäische Arbeitgeberverband BusinessEurope.

Nach dieser jüngsten europäischen Finanzkrise ist für die Wirtschaft der Zugang zu Finanzierung schwieriger geworden. Zudem sind  die Kosten für die Kreditaufnahme angestiegen – gerade als sich die Wirtschaftsprognosen wieder aufgehellt hatten.

Vor einem Treffen mit dem Europäischen Rat, der Europäischen Kommission, der Eurogruppe, der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie Gewerkschaftsvertretern sagte der Generaldirektor von BusinessEurope Philippe de Buck gestern (15. Februar), dass gemeinsame Anstrengungen nötig seien, um die Stabilität wieder herzustellen.

Was die wirtschaftliche Erholung angehe, so sei dies der Moment, an dem Unternehmen den Zugang zu Finanzierung am nötigsten hätten. Dies stelle vor allem für KMU ein Problem dar, da sie keinen Zugang zu den Aktienmärkten hätten.

Die Regierungen der Mitgliedstaaten stünden vor schwierigen Entscheidungen. De Buck forderte die EZB auf, ihre Unterstützung für die Volkswirtschaften der Eurozone zu bekunden.

"Die sehr beunruhigende Situation in einigen Mitgliedstaaten beeinflusst den Zugang zu Kapital, aber auch die Kapitalkosten von Unternehmen", stellte de Buck fest.

In der Eurozone hätten Entwicklungen in einem Land Auswirkungen auf andere Mitglieder. Daher seien gemeinsame Anstrengungen nötig. Jedoch sei dies schwierig, weil es in der Eurozone keinen Ersatzmechanismus für die notwendige Anpassung auf nationaler Ebene gebe, so de Buck weiter.

De Buck verwies auf Irland, Ungarn und Lettland, wo die Regierungen schwierige Maßnahmen eingeleitet haben, um die Staatsverschuldungskrisen zu überwinden.

"Ein glaubwürdiges und entschlossenes Vorgehen ist der einzige Weg, um diese Probleme zu lösen", sagte er. Die Europäische Kommission müsse den Druck auf die Mitgliedstaaten beibehalten, damit diese ihre nationalen Sparprogramme auch umsetzten.

Diese Bemerkungen folgten auf Pläne der EU-Exekutive, ihre Überwachungskompetenzen auszubauen, um die Verlässlichkeit der von den Regierungen übermittelten Finanzdaten zu gewährleisten. Der Schritt der Kommission kommt als Antwort auf die fehlerhaften Angaben, die Brüssel von den griechischen Behörden übermittelt wurden und die das Ausmaß der Krise letztes Jahr herunterspielten.

Wirtschaftliche Aussichten besser, aber schwach

BusinessEurope stellte gestern seinen wirtschaftlichen Ausblick vor, das für 2010 ein gemischtes Bild bietet. Zwar erholt sich das Vertrauen und das BIP könnte dieses Jahr dank erneut ansteigendem Welthandel um etwa 1,2% wachsen.

Jedoch wird die steigende öffentliche Verschuldung die Erholung begrenzen. Zudem wird der schwächelnde europäische Bankensektor möglicherweise nicht genug Mittel zur Verfügung stellen können, um neue Investitionen zu unterstützen. Der Prognose zufolge hinkt Europa dem weltweiten Wirtschaftsaufschwung hinterher.

BusinessEurope zufolge wirken sich die schwachen öffentlichen Haushalte und die jüngsten spekulativen Angriffe auf den Euro negativ auf die sich ansonsten verbessernden Aussichten aus.

Jedoch bietet der schwache Euro de Buck zufolge auch einige Vorteile für das europäische Wachstum. "Als exportorientierte Länder hilft uns ein schwächerer Euro. Die Schwierigkeit besteht für die Regierungen in den Schwankungen. Wir werden uns über das derzeitige Niveau des Euro jedoch nicht beschweren", sagte er.

Der Prognose zufolge haben die staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft ihren Höhepunkt erreicht oder sogar überschritten. Jedoch seien die Aussichten auf neue Arbeitsplätze schlecht, da Privatinvestitionen immer noch zurückgingen.