EURACTIV lanciert tschechisches Partnerportal in Prag

Das tschechische Partnerportal von EURACTIV, EURACTIV.cz, ist offiziell lanciert worden. Hauptredner bei der Veranstaltung war der ehemalige tschechische Kommissar Pavel Telicka.

Das tschechische Partnerportal von EURACTIV, EURACTIV.cz,
ist offiziell lanciert worden. Hauptredner bei der
Veranstaltung war der ehemalige tschechische Kommissar Pavel
Telicka.

Am 26. November hat EURACTIV sein tschechisches
Partnerportal offiziell lanciert. Anlässlich der
Lancierung wurde eine Podiumsdiskussion zum Thema
EU-Verfassungsvertrag veranstaltet. Für beide
Ereignisse war das 
EUROPEUM Institute for European Policy

zuständig. Das Institut, das auch einen
Großteils des Inhalts für EURACTIV.cz erstellt,
erhielt hierbei die Unterstützung der
Friedrich-Ebert-Stiftung in Prag.

Die tschechische Version von EURACTIV ist bereits seit
Mai 2004 online. Auf dem Portal erscheint
übersetzter Inhalt von EURACTIV.com sowie Artikel,
die von eigenen Journalisten verfasst werden.

Die Chefredakteurin Tereza Horejsova berichtet,
dass das tschechische Portal in politischen und
Medienkreisen bereits eine Kernleserschaft für sich
gewonnen habe.

Christophe Leclercq, Gründer von
EURACTIV.com, erläuterte, wie ein Politikportal zur
öffentlichen Debatte beitragen kann, etwa indem es
die Verfassungsdiskussion mit relevanten
Fakten bereichere.

Ivan Stefunko, Herausgeber von EURACTIV.sk und
EURACTIV.cz, illustrierte,
wie das Netzwerks von EURACTIV
in Mitteleuropa in kürzester
Zeit ausgebaut werden konnte, weil seine
Berichterstattung
den großen Informationsbedarf, der in
diesen Ländern hinsichtlich der EU
besteht, befriedigt.    

Neben dem ehemaligen Kommissar Pavel Telicka nahmen auch
der tschechische Europaabgeordnete Libor Roucek, Fraser
Cameron vom European Policy Centre und Sebastian Kurpas
vom Centre for European Policy Studies an der
Podiumsdiskussion teil.

Pavel Telicka betonte die Tatsache, dass „das
Referendum in der Tschechischen Republik anscheinend ganz
am Ende des Ratifizierungsmarathons des
EU-Verfassungsvertrag stattfinden wird“.
Während von der „Nützlichkeit und
Notwendigkeit“ des Verfassungsvertrags
überzeugt sei, habe er gleichzeitig Verständnis
dafür, dass er „einige Menschen
verärgert“. Laut des ehemaligen Kommissars sei
es wichtig, dass „während des Prozesses vor dem
Referendum das öffentliche Interesse geweckt wird,
dass den Menschen gezeigt wird, was sich durch den
Vertrag ändert und inwiefern diese Änderungen
ihr Leben betreffen“. Telicka berief sich auf die
Haltung des tschechischen Präsidenten Václav
Klaus zum europäischen Integrationsprozess und
zitierte seine vieldiskutierte Aussage bezüglich der
Möglichkeit der Entstehung eines europäischen
‚Superstaats‘.

Fraser Cameron vom European Policy Centre stellte
Erwägungen zu den Konsequenzen  eines
eventuellen ‚Neins‘ zur EU-Verfassung in dem
einen oder anderen Mitgliedstaat an. „Sollte
Frankreich beispielsweise ‚Nein‘ zur Verfassung
sagen, wäre das europäische Projekt fünf
bis zehn Jahre lang tot. Sollte eines der großen
Länder das Vertragswerk ablehnen, hätte die EU
ein Riesenproblem. Sollte ein kleineres Land
‚nein‘ sagen, könnte man die Abstimmung
wiederholen“, so Cameron.

Libor Roucek, ein tschechisches Mitglied des
Europäischen Parlaments, machte darauf aufmerksam,
dass es wahrscheinlich sei, dass die Tschechische
Republik das Land sein würde, in dem die geringste
Zahl der Europaabgeordneten den Verfassungsvertrag
befürworten. Seiner Einschätzung nach
würden lediglich sieben der insgesamt 24
tschechischen Abgeordneten für die europäische
Verfassung stimmen.