EU würdigt Engagement des Papstes für Europa [DE]

Politiker und Medien äußern sich nach dem Tod von Papst Johannes Paul II zu seinem politischen Vermächtnis. Herausgestellt werden vor allem sein Beitrag zum Zusammenbruch des Kommunismus und seine - wenn auch umstrittene – Führungsrolle in ethischen Fragen.

Politiker und Medien äußern sich nach dem Tod von Papst Johannes Paul II zu seinem politischen Vermächtnis. Herausgestellt werden vor allem sein Beitrag zum Zusammenbruch des Kommunismus und seine – wenn auch umstrittene – Führungsrolle in ethischen Fragen.

Die politischen Kommentatoren sind sich einig, dass der Pole Karol Josef Wojtyla (Papst Johannes Paul II) den Lauf der Geschichte beeinflusst hat, indem er zum Zusammenbruch des Kommunismus einen Beitrag leistete. Auch wenn sein Einsatz nicht der einzige Grund für das Ende der kommunistischen Regimes in Mittel- und Osteuropa gewesen sein mag, hat der Papst mittel- und osteuropäische Oppositionsführern wie Lech Walesa zweifellos den Rücken gestärkt und sie damit in ihrem Kampf gegen die Diktaturen bestärkt.

Seine Position in ethischen Fragen wird als äußerst konservativ dargestellt und ist daher weitaus umstrittener. Seine Ablehnung von Abtreibung, der Verwendung von Kondomen in den Zeiten von AIDS und Stammzellenforschung sowie seine Haltung zur Rolle der Frau in der katholischen Kirche haben einige Menschen, die auf eine grundlegende Reform der Kirche gehofft haben, von der Kirche entfremdet. 

Der Papst brachte sich ebenfalls in die Debatte über die künftige Verfassung  der Europäischen Union ein, indem er sich für einen direkten Gottesbezug einsetzte. Obgleich dieser in die endgültige Fassung des Verfassungsvertrags nicht aufgenommen wurde, empfahl er seine Ratifizierung.

Wohl kaum ein Politiker hat in den vergangenen 25 Jahren eine vergleichbare Führungsrolle in Fragen der Politik und Ethik eingenommen wie Papst Johannes Paul II.