EU wirft Russland Störangriff auf von der Leyens Flugzeug vor

Brüssel hat Russland am Montag eines „eklatanten“ Eingriffs in den Flug von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beschuldigt, nachdem GPS-Störungen die Crew gezwungen hatten, in Bulgarien mithilfe von Papierkarten zu landen.

/ EURACTIV.com
[EPA/OLIVIER HOSLET]

Brüssel hat Russland am Montag eines „eklatanten“ Eingriffs in den Flug von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beschuldigt, nachdem GPS-Störungen die Crew gezwungen hatten, in Bulgarien mithilfe von Papierkarten zu landen.

„Wir können bestätigen, dass es GPS-Störungen gab, aber das Flugzeug ist sicher in Bulgarien gelandet“, sagte Arianna Podestà, stellvertretende Chefsprecherin der EU-Kommission, vor Journalisten.

„Wir haben von den bulgarischen Behörden die Information erhalten, dass sie vermuten, dass dies auf eine eklatante Einmischung Russlands zurückzuführen ist“, fügte Podestà hinzu. Die Untersuchung liege jetzt bei der bulgarischen Regierung, da sich der Vorfall im Luftraum des Landes ereignet habe.

In einer Mitteilung erklärte die bulgarische Regierung, das GPS-Signal auf dem Charterflug von der Leyens sei während des Anflugs auf den Flughafen Plowdiw „verschwunden“.

„Um die Flugsicherheit zu gewährleisten, haben die Flugsicherungsdienste sofort einen alternativen Landeanflug mit bodengestützten Navigationshilfen vorgeschlagen“, hieß es aus Sofia weiter.

„Die in Bulgarien verwendeten bodengestützten Navigationssysteme sind unabhängig von GPS-Systemen und ermöglichen sichere und zuverlässige Landungen.“

Auf die Frage, ob von der Leyen persönlich Ziel des Eingriffs gewesen sei, sagte Podestà, diese Frage müsse man den Russen stellen.

Zuvor hatte die Financial Times berichtet, ein russischer Störangriff habe die Kommissionspräsidentin zu einer Landung in Plowdiw gezwungen – mithilfe von Papierkarten.

Der Vorfall ereignet sich nur eine Woche, nachdem russische Raketenangriffe schwere Schäden an der EU-Delegation in Kyjiw verursacht hatten.

Moskau hat zudem in den vergangenen Wochen seine Angriffe auf die Ukraine intensiviert – entgegen westlicher Forderungen nach einem Waffenstillstand und einer von den USA geführten Initiative für eine diplomatische Lösung des Konflikts.

Seit dem Angriff hat von der Leyen, die sich am letzten Tag einer viertägigen Reise durch „Frontstaaten“ der EU befindet, Wladimir Putin als „Raubtier“ (predator) bezeichnet und dessen „Stellvertreter“ für Cyber- und Hybridangriffe auf die EU scharf verurteilt.

(mm, jl)