EU will energiefressende Glühbirnen abschaffen [DE]
Die europäische Kommission hat gestern (17. März 2009) offiziell zwei Richtlinien eingeführt, die die Energieeffizienz von Haushalts- und Büro-, Straßen- und Industrieleuchten verbessern sollen. Unterdessen haben Quellen aus der Wirtschaft behauptet, dass intelligente Leuchtsysteme letztendlich größere Energieeinsparungen zur Folge haben werden.
Die europäische Kommission hat gestern (17. März 2009) offiziell zwei Richtlinien eingeführt, die die Energieeffizienz von Haushalts- und Büro-, Straßen- und Industrieleuchten verbessern sollen. Unterdessen haben Quellen aus der Wirtschaft behauptet, dass intelligente Leuchtsysteme letztendlich größere Energieeinsparungen zur Folge haben werden.
Die Maßnahmen sehen vor, schrittweise alle weißglühenden Leuchten und ineffiziente Halogenbirnen bis 2012 abzuschaffen (EURACTIV vom 9. Dezember 2008). In der Zwischenzeit werden die Haushalte zwischen Kompaktleuchtstofflampen, die bis zu 75% weniger Energie verbrauchen als traditionelle Glühbirnen und ineffizienten Halogenbirnen wählen können, die lediglich Einsparungen zwischen 25 und 50 Prozent erreichen.
Laut der Kommission, werden die zwei Maßnahmen unter der Ökodesign-Richtline, die Stromrechnungen der EU um 11 Milliarden Euro jährlich verringern und dabei bis 2020 ungefähr eine Energiemenge einsparen, die der des jährlichen Verbrauchs von Belgien entspricht. Dies werde die CO2 Emissionen um 23 Millionen Tonnen reduzieren, sagt die EU-Kommission.
Jedoch verlief die Einführung der Maßnahmen nicht immer glatt, da sich Sorgen regten, Kompaktleuchtstofflampen könnten einen negativen Effekt auf Menschen haben, die an bestimmten Krankheiten wie z.B. Epilepsie, Hauttuberkulose, Migräne oder Autismus leiden. Der Quecksilbergehalt einiger Halogenlampen wurde ebenso kritisiert, weil dadurch schlichtweg ein Umweltproblem durch das nächste ersetzt werde.
Die Kommission sagt jedoch, dass ein wissenschaftlicher Ausschuss die gesundheitlichen Aspekte untersucht hätte und herausgefunden habe, dass die neuen Lampen keine gesundheitlichen Schäden verursachten. Der Sprecher für Energiefragen der Kommission, Ferran Tarradellas Espuny sagte, dass die Sorgen über Quecksilber unbegründet seien, da die Niveaus unter EU-Recht unbedenklich sein. Tatsächlich würden neue Regeln, den Quecksilberausstoß reduzieren, indem sie die Nachfrage für Energie aus Kohlekraftwerken verringern, welche dies im Prozess der Verbrennung emittieren.
Umweltorganisationen lobten das Verbot von ineffizienten Glühbirnen als lang erwarteten ersten Schritt in Richtung einer verbesserten Energieeffizienz in Europa (EURACTIV vom 14. Oktober 2008).
Intelligente Beleuchtung: Ein Fortschritt
Einige Industrievertreter, argumentierten jedoch, dass die Maßnahmen, nicht mehr als erster Schritt in Richtung Verbesserung der Energieeffizienz sein. Repräsentanten von Honeywell, einem Hersteller von Beleuchtungssystemen, kritisierten große Unternehmen dafür, die EU-Agenda mit ihren Interessen zu überschwemmen.
Es gebe jedoch nur eine Seite der Medaille. Es gäbe extremes Sparpotential, das durch das Abschalten des Lichts erreicht werden könnte, wenn es nicht gebraucht würde. Es sei egal, wie effizient ein Lichtsystem sei, wenn man es anlasse obwohl es nicht gebraucht würde. Dann würde es nur CO2 produzieren, sonst nichts.
Honeywell argumentiert, dass die beste Lösung zur Einsparung von Energie, das Anbringen von Sensoren an Decken wäre, so dass das Licht nur angehe, wenn jemand den Raum betrete und sich wieder automatisch abschalte sobald die Person den Raum wieder verlassen habe.
Diese Art von intelligenten Lichtsystemen könne in vielen Umgebungen installiert werden, wie zum Beispiel in Büros, oder in Fabriken, aber sie seien immer noch zu teuer um für Wohnhäuser ernsthaft in Betracht gezogen zu werden.
Mehrere Studien zitierend, weist Honeywell darauf hin, dass die Einsparungen in gewerblichen Gebäuden bis zu 30 Prozent betragen könnten, bei denen das Licht 26 Prozent des gesamten Stromverbrauchs ausmacht. Dies könnte bis zu 4,2 Milliarden Euro jährlich einsparen, erklärt das Unternehmen und ruft nach mehr Aufmerksamkeit für einen ansonsten eher vernachlässigten Aspekt der Energieeffizienz.
Nach den Angaben Honeywells würde eine solche Investition sich bereits nach etwa einem Jahr rentieren und sogar Gewinn einbringen.