EU will Bücher-Digitalisierung vorantreiben
Die Kommission will die Digitalisierung von Büchern vorantreiben, wobei die Urheberrechte gewahrt werden sollen. Eine entsprechende Erklärung hat heute die EU-Kommission veröffentlicht. Diese Woche wird in Brüssel über Urheberrechts-Probleme mit Google Books und eine europäischen Digitalisierungs-Strategie diskutiert.
Die Kommission will die Digitalisierung von Büchern vorantreiben, wobei die Urheberrechte gewahrt werden sollen. Eine entsprechende Erklärung hat heute die EU-Kommission veröffentlicht. Diese Woche wird in Brüssel über Urheberrechts-Probleme mit Google Books und eine europäischen Digitalisierungs-Strategie diskutiert.
Die Kommission arbeitet derzeit an einem europäischen Konzept für die noch "offenen Fragen bei der Bücherdigitalisierung", heißt es in einer heutigen Mitteilung der Kommission. Mit neuen Regeln zum Urheberrecht will die EU- Kommission in Zukunft die Digitalisierung von Büchern in Europa vorantreiben. "Wenn wir zu langsam digital werden, könnte die Kultur Europas in Zukunft darunter leiden", schreiben EU- Medienkommissarin Viviane Reding und Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy in der Mitteilung.
In Brüssel treffen sich diese Woche Rechteinhaber, Bibliotheken, IT-Unternehmen und Verbraucherorganisationen, um mit der Kommission die Problematik der Digitalisierung von Büchern zu diskutieren. Mit dabei ist natürlich auch Google. Der US-Konzern betreibt mit Google Books das weltweit größte Bücherdigitalisierungsprojekt. Google begrüßt die Diskussionen in Brüssel und arbeitet nach eigenen Angaben "in Partnerschaft mit Europas Bibliotheken" daran, "deren nicht urheberrechtlich geschützten Bücher einzuscannen, damit sie für immer online am Leben bleiben können".
Europeana bisher im Abseits
Die digitale EU-Bibliothek Europeana nimmt sich dagegen sehr bescheiden aus. Wegen ungeklärter Urheberrechtsfragen kommen über 90 Prozent der Bücher in Europas Nationalbibliotheken bisher nicht für eine Digitalisierung in Frage, heißt es bei der Kommission. Nur fünf Prozent aller digitalisierten Bücher in der EU sind in Europeana verfügbar. Knapp die Hälfte der 4,6 Millionen digitalisierten Bücher, Karten, Fotografien, Filmclips und Zeitungen stammen zudem aus französischen Bibliotheken.
In den vergangenen Jahren hat Google weltweit rund zehn Millionen Bücher digitalisiert. In den USA hat sich der führende Suchmaschinenbetreiber mit Autoren und Verlagen auf einen Vergleich, das sogenannte "Google Book Settlement", geeinigt, um auch urheberrechtlich geschützte Bücher zu scannen und in längeren Passagen ins Internet zu stellen. Zwar soll der Vergleich nur in den USA gelten, dennoch sorgte er in Europa – allen voran in Deutschland – für Kritik. Denn unter den dort eingescannten Büchern sind auch Millionen Werke nicht-amerikanischer Autoren.
mka/dpa
Weitere Dokumente
Justizministerium: Google Buchsuche – Zypries verteidigt Autoren und Verleger gegen Google vor US-Gericht (1. September 2009)
Justizministerium: Amicus-Curiae-Schriftsatz der Bundesregierung im Rechtsstreit um die Google Buchsuche bei dem zuständigen New Yorker Gericht (31. August 2009)
Kommission: Informationen zu Europas digitaler Bibliothek (28. August 2009)
Kommission: Reding und McCreevy zu digitalen Büchern, Urheberrechte und Google Books (7. September 2009)