Eine Renaissance der Ukraine?
Nach Moskaus Einmarsch in der Ukraine im Februar läuteten der chinesische Präsident Xi Jinping und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin eine neue Ära ein und erklärten bei einem gemeinsamen Treffen in Peking im Februar eine „grenzenlose“ Partnerschaft.
Seitdem bewegt sich China auf einem schmalen diplomatischen Grat zwischen dem Versuch, Russlands Krieg nicht ausdrücklich zu unterstützen, und der selektiven Äußerung gedämpfter Kritik an der Invasion.
Während sich chinesische Diplomat:innen im Vorfeld des EU-China-Gipfels im April darum bemühten, den Krieg nicht zu thematisieren, beschlossen die Staats- und Regierungschefs der EU, Peking davor zu warnen, die gegen Russland verhängten internationalen Sanktionen zu untergraben. Dies geschah, nachdem chinesische Spitzenpolitiker:innen zunehmend die Argumente Moskaus aufgegriffen hatten.
Die Besorgnis nahm noch weiter zu, nachdem Peking – obwohl es nicht gegen die westlichen Sanktionen gegen Moskau verstoßen hatte – zum Hauptabnehmer von ermäßigtem russischen Rohöl wurde.
Sorgen um den Indopazifik
Unterdessen befürchten die Europäer:innen, dass Peking Russlands Vorgehen in der Ukraine beobachtet und daraus Lehren für künftige Pläne im Hinblick auf Taiwan ziehen könnte.
Europäische Diplomat:innen in Brüssel und in deren Hauptstädten sind sich der enormen Risiken bewusst, die der Konflikt in der Straße von Taiwan mit sich bringt, haben aber erklärt, dass ihre Reaktion niemals so ausfallen würde wie die des Westens auf die Ukraine.
Im Jahr 2021 stellte die EU eine neue Strategie vor, um ihre Präsenz im indopazifischen Raum zu erhöhen und dem wachsenden Einfluss Chinas in der Region entgegenzuwirken, indem sie die Zusammenarbeit mit den Ländern in der Region verstärkt.