EU-Wahlen: Terry Reintke startet Rennen um Spitzenkandidatur bei den Grünen

Die deutsche Europaabgeordnete Terry Reintke, Co-Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, hat das Rennen um die Spitzenkandidatur der europäischen Grünen eröffnet, nachdem sie am Mittwoch (25. Oktober) ihre Kandidatur vorgestellt hatte.

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"Die Europäische Union klimaneutral und sozial gerecht zu gestalten, ist kein Sprint, sondern ein Marathon [...] Als Langstreckenläuferin, als Kind des Ruhrgebiets, als leidenschaftliche Europäerin will ich als Spitzenkandidatin der Europäischen Grünen Partei in den Wahlkampf ziehen", so die Co-Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament Terry Reintke (Bild) gegenüber der Presse. [EPA/ISABEL INFANTES]

Die deutsche Europaabgeordnete Terry Reintke, Co-Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, hat das Rennen um die Spitzenkandidatur der europäischen Grünen eröffnet, nachdem sie am Mittwoch (25. Oktober) ihre Kandidatur vorgestellt hatte.

Reintke hatte Euractiv bereits im September mitgeteilt, dass sie ein Auge auf den Spitzenposten geworfen hat.

„Das ist definitiv etwas, das mich reizt […] es ist sicherlich etwas, an dem ich Interesse habe“, sagte sie. Sie fügte hinzu, dass ihr Lebenslauf und die Frage, „wo mein Herz in der Politik liegt“, eindeutig einen Weg in Richtung „Europapolitikerin“ aufzeigen.

Reintke kündigte ihre Kandidatur vor der Öffnung der Registrierungen am 6. November an, während die vollständige Kandidatenliste am 30. November bekannt gegeben wird, so ein Sprecher der Europäischen Grünen Partei gegenüber Euractiv.

Für die Kandidatur wird die Unterstützung von fünf Mitgliedsparteien der Europäischen Grünen benötigt.

Mit diesem Schritt erhebt Reintke nun ihren Anspruch auf die Kommissionspräsidentschaft.

„Die Europäische Union klimaneutral und sozial gerecht zu gestalten, ist kein Sprint, sondern ein Marathon […] Als Langstreckenläuferin, als Kind des Ruhrgebiets, als leidenschaftliche Europäerin will ich als Spitzenkandidatin der Europäischen Grünen Partei in den Wahlkampf ziehen“, so Reintke gegenüber der Presse.

Reintke sagte, dass ihre Erfahrung als Co-Vorsitzende der Grünen im Europäischen Parlament ihr die notwendigen Fähigkeiten für den Spitzenjob gebe.

„Ich führe die grüne Fraktion mit einem klaren Kompass und fairem Verhandlungsgeschick, mit Pragmatismus und einer Vorstellung davon, wo wir hinwollen. Mit all diesen Qualitäten möchte ich den Grünen in Europa das Angebot machen, sie in den nächsten Europawahlkampf zu führen und für grüne Politik zu kämpfen“, fügte sie hinzu.

Nach Ablauf der Registrierungsfrist und der Bekanntgabe werden sich die Kandidaten am 2. Dezember im Rahmen eines Online-Kongresses den nationalen Delegationen vorstellen. Daraufhin wird eine europaweite Kampagne folgen.

Mit ihrer vorzeitigen Ankündigung zur Kandidatur kommt Reintke jetzt Medienberichten entgegen, die sie zum größten Teil schon als gesetzt gesehen haben. Dass die Kandidatur von der Co-Vorsitzenden in der Berichterstattung nur als eine reine Formalität angesehen wird, wurde von der Parteibasis laut Informationen nicht gerade befürwortet. Die Darstellung der gesetzten Spitzenkandidatur wurde zum Teil als eine Umgehung des parteiinternen Prozesses aufgenommen.

Obwohl die Grünen zwei Spitzenkandidaten wählen werden, um ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu gewährleisten, wird aus dem Parteiumfeld durchaus betont, dass auch die Möglichkeit von zwei weiblichen Kandidaten bestehe.

Die europäischen Spitzenkandidaten werden schließlich auf dem Kongress der Europäischen Grünen Partei im grün regierten Lyon vom 2. bis 4. Februar 2024 gewählt.

Mit zusätzlicher Berichterstattung von Kjeld Neubert.

[Bearbeitet von Alice Taylor/Kjeld Neubert]