EU-Vertreter - Ungarn könnte Varhelyi für Kommission nominieren
Ungarn erwägt einem EU-Vertreter zufolge, den Diplomaten Oliver Varhelyi als seinen neuen Kandidaten für die EU-Kommission zu nominieren.
Ungarn erwägt einem EU-Vertreter zufolge, den Diplomaten Oliver Varhelyi als seinen neuen Kandidaten für die EU-Kommission zu nominieren.
Varhelyi werde in der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban als möglicher Ersatzkandidat für den abgelehnten früheren Justizminister Laszlo Trocsanyi gesehen, sagte ein EU-Vertreter am Montag der Nachrichtenagentur Reuters in Brüssel. Der Rechtsausschuss des EU-Parlaments hatte zuvor wegen Bedenken wiederholt gegen den ersten Kandidaten aus Ungarn gestimmt. Trocsanyi sollte Erweiterungskommissar werden.
Varhelyi kennt die EU gut. Der 47-jährige leitete stellvertretend für vier Jahre bis 2015 die ungarische Botschaft bei der EU und arbeitete davor in der Binnenmarktabteilung der Kommission. Der erste Eindruck seines Lebenslaufs sei positiv, sagten EU-Vertreter. Offiziell bestätigt ist seine Nominierung nicht. Es können auch weitere Namen genannt werden.
Die Anhörungen der neuen Kommissare begannen am Montag und gehen bis nächste Woche Dienstag. Die Befragung von Trocsanyi war für Dienstagabend vorgesehen. Das EU-Parlament muss am 23. Oktober die neue Führungsspitze als Ganzes bestätigen oder ablehnen. Bei der Vorauswahl hatte der Rechtssausschuss auch die Bewerberin aus Rumänien wegen Interessenkonflikten abgelehnt. Jede EU-Regierung entscheidet eigenständig darüber, wenn sie als Kommissar nach Brüssel schickt. Chefin der neuen Kommission ist die frühere Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen.
Ein kurzer Leitfaden zu den Anhörungen der Kommissare
Die vorgeschlagenen Mitglieder der Kommission von Ursula von der Leyen werden vom EU-Parlament zwischen dem…
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