EU-Untersuchung gegen Googles Datenverarbeitung für KI-Training
Die irische Datenschutzkommission (DPC) hat eine grenzüberschreitende Untersuchung des Umgangs von Google mit den Daten von EU-Bürgern für sein KI-Modell PaLM2 eingeleitet. Sie stellt die Einhaltung der Datenschutzgesetze durch den Technologieriesen infrage.
Die irische Datenschutzkommission (DPC) hat eine grenzüberschreitende Untersuchung des Umgangs von Google mit den Daten von EU-Bürgern für sein KI-Modell PaLM2 eingeleitet. Sie stellt die Einhaltung der Datenschutzgesetze durch den Technologieriesen infrage.
Die Datenschutzkommission untersucht, ob Google eine Folgenabschätzung für die Verarbeitung personenbezogener Daten hätte durchführen müssen, bevor das Unternehmen das Training seines KI-Modells begann, teilte die Behörde in einer Pressemitteilung am Donnerstag (12. September) mit.
Mit dem irischen Hauptsitz von Google ist die irische Datenschutzkommission in der EU für das Unternehmen zuständig.
Die Verarbeitung von Nutzerdaten durch große Technologieunternehmen zum Trainieren von KI-Modellen wird in der EU immer häufiger untersucht.
Im Juni stoppte die Muttergesellschaft von Facebook und Instagram, Meta, ihre KI-Einführung in Europa nach einer Aufforderung durch die Datenschutzkommission. Die Behörde ging auch gegen X wegen der Verarbeitung von Nutzerdaten ohne deren Zustimmung vor.
Nach der Allgemeinen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA) für jedes neue Projekt erforderlich, das wahrscheinlich ein hohes Risiko für die personenbezogenen Daten anderer Personen birgt.
„Eine Datenschutz-Folgenabschätzung, sofern erforderlich, ist von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass die Grundrechte und -freiheiten von Einzelpersonen angemessen berücksichtigt und geschützt werden“, hieß es in der Pressemitteilung der Datenschutzkommission.
Die neue „grenzüberschreitende“ Untersuchung „ist Teil der umfassenderen Bemühungen der Datenschutzkommission, in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Regulierungsbehörden in der EU und dem Europäischen Wirtschaftsraum die Verarbeitung personenbezogener Daten von betroffenen Personen in der EU und dem Europäischen Wirtschaftsraum bei der Entwicklung von KI-Modellen zu regulieren“, erklärte die Datenschutzkommission.
„Wir nehmen unsere Verpflichtungen im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung ernst und werden konstruktiv mit der Datenschutzkommission zusammenarbeiten, um ihre Fragen zu beantworten“, teilte ein Google-Sprecher Euractiv in einer E-Mail mit.
Letzte Woche stellte die irische Datenschutzkommission ihr Gerichtsverfahren gegen die Social-Media-Plattform X ein. Das Unternehmen hatte sich zuvor bereit erklärt, die Verarbeitung einiger in der EU erhobener personenbezogener Daten für das Training von KI dauerhaft einzustellen. Allerdings sind noch einige Fragen zum Datenschutz und zum KI-Training offen.
Apple erklärte, dass es sein Programm Apple Intelligence nicht in der EU veröffentlichen wird. Dabei führte das Unternehmen wettbewerbsrechtliche Bedenken an.
Trotz Stopp: Offene Fragen zur KI-Datenverarbeitung durch X
Das Gerichtsverfahren der irischen Datenschutzkommission (DPC) gegen die Social-Media-Plattform X wurde eingestellt. Allerdings bleiben Fragen…
5 Minuten
[Bearbeitet von Eliza Gkritsi/Rajnish Singh/Kjeld Neubert]