EU und Australien nähern sich Handelsabkommen an, während Hindernisse im Agrarbereich bestehen
Das Abkommen ist seit 2018 in Arbeit, scheiterte jedoch 2023, vor allem aufgrund der Forderung Canberras nach höheren Kontingenten für Rind- und Schaffleischausfuhren in die EU.
Die EU und Australien nähern sich einem Freihandelsabkommen, das bis Mitte Februar abgeschlossen werden könnte, sofern beide Seiten die verbleibenden Differenzen, insbesondere in Bezug auf Zugeständnisse im Agrarbereich, überwinden.
Der australische Handelsminister Don Farrell wird voraussichtlich nächste Woche in Brüssel zu Gesprächen mit EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič erwartet, wie Kommissionssprecher Olof Gill bestätigte. Ein früherer Besuch war Anfang dieses Monats verschoben worden.
„Ein strategischer und gleichgesinnter Partner“
„Wie immer werden die Fortschritte in dieser sensiblen Phase der Verhandlungen von den inhaltlichen Fragen abhängen“, sagte Gill und fügte hinzu, dass die EU die Beziehungen zu Australien, „einem strategischen und gleichgesinnten Partner“, stärken wolle.
Sollten die Gespräche vorankommen, könnte Ursula von der Leyen nach dem Ende der Münchner Sicherheitskonferenz am 15. Februar zu einem viertägigen Besuch nach Australien reisen, um das Abkommen zu besiegeln, berichteten australische Medien. Zwei mit der Angelegenheit vertraute EU-Quellen wiesen jedoch darauf hin, dass der Zeitplan noch vorläufig sei.
Das Abkommen ist seit 2018 in Arbeit, scheiterte jedoch 2023, vor allem aufgrund der Forderung Canberras nach höheren Kontingenten für Rind- und Schaffleischausfuhren in die EU.
Nicht auf Kosten der europäischen Erzeuger
Das Thema bleibt ein Knackpunkt in den Verhandlungen, da EU-Landwirteverbände warnen, dass das Abkommen nicht auf Kosten der europäischen Erzeuger gehen darf – nicht nur bei Rindfleisch, sondern auch bei Zucker.
EU-Indien-Handelsabkommen gibt Europas Auto- und Spirituosenindustrie Auftrieb
Die EU und Indien haben am Dienstag in Neu-Delhi nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen ein…
5 Minuten
Die Kommission hat bereits Gegenwind von Landwirten und Europaabgeordneten wegen des Mercosur-Handelsabkommens erfahren, das ebenfalls zusätzliche Rindfleischkontingente vorsieht. Im Gegensatz dazu wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse aus dem jüngsten Abkommen der EU mit Indien weitgehend ausgeklammert.
(cs)