EU über russisches Verbot für Sakhalin-Projekt verärgert [DE]
Die EU und Japan haben Russland gewarnt, die entzogene Genehmigung zur Erschließung des Öl- und Gasfeldes Sakhalin-2 könne die guten Beziehungen und künftige Investitionen aufs Spiel setzen.
Die EU und Japan haben Russland gewarnt, die entzogene Genehmigung zur Erschließung des Öl- und Gasfeldes Sakhalin-2 könne die guten Beziehungen und künftige Investitionen aufs Spiel setzen.
Energiekommissar Andris Piebalgs hat am 19. September große Bedenken bezüglich der Entscheidung der russischen Regierung geäußert, dem Energiekonzern Shell die Genehmigung zu entziehen, eine Öl- und Gasförderungsanlage auf der Insel Sakhalin in der Nähe von Japan zu errichten. Sakhalin-2 ist das zweite in einer Reihe von Öl- und Gasförderprojekten, die von westlichen Konzernen wie Shell, ExxonMobil und Total betrieben werden.
Russische Experten sprechen von einer politisch motivierten Entscheidung, die mit dem Bestreben des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Öl- und Gasreserven Russlands zu kontrollieren, im Zusammenhang stehe. Nach Angaben der russischen Regierung seien jedoch ausschließlich Umweltbedenken für die Entscheidung ausschlaggebend gewesen.
Die Sakhalin-2-Anlage, die planmäßig im Sommer 2008 in Betrieb genommen werden soll, wird Japan, Südkorea und die amerikanische Westküste mit Gas versorgen. Das Vorhaben hat bereits in der Vergangenheit zu Kontroversen über Umweltbelange und gestiegene Investitionskosten geführt. Der niederländische Energieriese hatte versucht, Bedenken gegen das Projekt durch Investitionen in lokale Projekte in Zusammenarbeit mit der World Conservation Union (IUCN) und durch die Einrichtung eines Projektes zum Schutz der Grauwale zu überwinden.
Energiekommissar Piebalgs warnte, dass die Investoren ein „sicheres und vorhersehbares“ Investitionsklima bräuchten. Sollte tatsächlich eine Gefahr für die Umwelt bestehen, sollte diese von den russischen Behörden klar und eindeutig identifiziert werden. Shell müsse ausreichend Zeit eingeräumt werden, um die Probleme gemäß der im Voraus klar definierten Kriterien zu lösen. Piebalgs erklärt, er werde dem russischen Energieminister schreiben, um das Problem so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen.
Auch Japan reagierte verärgert. Die Entscheidung Russlands könne die zwischenstaatlichen Beziehungen und künftige Auslandsinvestitionen gefährden.