EU versucht Ukrainern Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern
Am Montag (10. Oktober) hat die Europäische Kommission eine Online-Plattform angekündigt, die ukrainischen Flüchtlingen den Zugang zu "hochwertigen Arbeitsplätzen" auf dem EU-Arbeitsmarkt erleichtern soll.
Am Montag (10. Oktober) hat die Europäische Kommission eine Online-Plattform angekündigt, die ukrainischen Flüchtlingen den Zugang zu „hochwertigen Arbeitsplätzen“ auf dem EU-Arbeitsmarkt erleichtern soll.
Die von der EU-Kommission und der Europäischen Arbeitsbehörde eingerichtete Plattform zielt darauf ab, Flüchtlinge, die vor dem Krieg in der Ukraine Schutz suchen, über das EURES-Portal mit offenen Stellen in den Mitgliedsstaaten zusammenzubringen.
„Es ist ein sehr wichtiges Signal, das Talentpool-Pilotprojekt für Menschen zu starten, die genau heute vor dem Krieg in der Ukraine fliehen müssen“, sagte der Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration Nicolas Schmit auf einer Pressekonferenz. Er bezog sich dabei auf die Eskalation des russischen Angriffs auf Kiew.
Seiner Ansicht nach ist die Plattform ein „konkreter Schritt“ bei der Integration ukrainischer Flüchtlinge in der EU.
Rund 4,2 Millionen Ukrainer haben derzeit im Rahmen der Richtlinie über vorübergehenden Schutz, die voraussichtlich bis März 2024 verlängert wird, Zugang zu Unterkunft, Gesundheitsversorgung, Bildung und Beschäftigung in der EU. Darunter sind über 600.000 Ukrainer, die seit Februar letzten Jahres in den EU-Arbeitsmarkt eingetreten sind.
„Wir hoffen, dass der Talentpool-Pilot, den wir heute starten, den Zugang zu Arbeitsplätzen in der EU beschleunigen wird“, sagte Schmit.
„Qualitativ gute Arbeitsplätze“
Laut Schmit könnte die Plattform auch den europäischen Arbeitgebern helfen, dem zunehmenden Arbeitskräftemangel in der gesamten Union zu begegnen, da sie eine „wichtige Ressource“ darstelle, auf die man zurückgreifen könne.
Er betonte jedoch die Notwendigkeit, den ukrainischen Flüchtlingen „qualitativ hochwertige Arbeitsplätze“ zu garantieren.
„Das Letzte, was wir wollen, ist, dass Flüchtlinge ausgebeutet werden“, sagte Schmit und fügte hinzu, dass „der Zugang zu Arbeitsrechten und sozialem Schutz absolut entscheidend ist.“
Bislang haben sich fünf EU-Länder dem Pilotprojekt angeschlossen, darunter Polen, das seit Ausbruch des Krieges die meisten ukrainischen Flüchtlinge aufgenommen hat.
Alle Ukrainer, die im Rahmen der Richtlinie über vorübergehenden Schutz registriert sind, können ihre Lebensläufe auf der Plattform veröffentlichen, die 4.000 Arbeitgeber beherbergt und auf Englisch, Ukrainisch und Russisch verfügbar ist.
Ein größerer EU-Talentpool
Die Plattform wurde von der Kommission erstmals im April in ihrer Mitteilung über die Anziehung von Fachkräften und Talenten in der EU angekündigt, um die Fähigkeiten ukrainischer Flüchtlinge mit denen von Arbeitgebern in der EU zusammenzubringen.
Im nächsten Jahr wird die Kommission auch einen erweiterten EU-Talentpool vorstellen, um Drittstaatsangehörige für den Arbeitsmarkt der EU zu mobilisieren und so dem Arbeitskräftemangel in den Mitgliedstaaten zu begegnen. Zu diesem Zweck wird die Kommission voraussichtlich auch die Anerkennung von Nicht-EU-Qualifikationen im Rahmen des Europäischen Jahres der Kompetenzen 2023 erleichtern.