EU-Staaten drängen auf schnellere Dekarbonisierung von Heizungen
Am Mittwoch (15. Mai) haben 15 EU-Staaten ein gemeinsames Arbeitspapier veröffentlicht, in dem sie die EU-Kommission auffordern, der Dekarbonisierung von Heizung und Kühlung Priorität einzuräumen. Dadurch sollen die Energieunabhängigkeit der EU gestärkt und ihre Klimaziele erreicht werden.
Am Mittwoch (15. Mai) haben 15 EU-Staaten ein gemeinsames Arbeitspapier veröffentlicht, in dem sie die EU-Kommission auffordern, der Dekarbonisierung von Heizung und Kühlung Priorität einzuräumen. Dadurch sollen die Energieunabhängigkeit der EU gestärkt und ihre Klimaziele erreicht werden.
Zu den wichtigsten Maßnahmen, zu denen die 15 Staaten die Kommission aufforderten, gehört unter anderem die Veröffentlichung des lang erwarteten Aktionsplans für Wärmepumpen. Zudem soll die EU-Strategie für Heizung und Kühlung aus dem Jahr 2016 überarbeitet werden, um sie mit den kommenden Klimazielen für 2040 in Einklang zu bringen.
„Die EU muss einen konkreten Plan entwickeln, um die Nutzung der verschiedenen erneuerbaren Energietechnologien […] wie solare Fernwärmeanlagen, Wärmepumpen (einschließlich Wärmepumpen, die Umweltenergie aus Abwasser und anderen Quellen nutzen) und insbesondere industrielle Großwärmepumpen, die in Fernwärmesysteme integriert werden müssen, rasch zu steigern“, heißt es in dem an die Kommission gerichteten Dokument.
Nach Ansicht der unterzeichnenden Mitgliedstaaten würde eine solche Strategie einen wichtigen Beitrag zur Energiesicherheit in Europa leisten.
Der dänische sozialdemokratische Europaabgeordnete Niels Fuglsang reagierte auf den Vorstoß mit der Feststellung, dass Heizung und Kühlung große Mengen an fossilen Brennstoffen verbrauchten. Im vergangenen Jahr habe die EU rund acht Milliarden Euro für Flüssiggas nach Russland überwiesen. Er forderte Europa auf, „sich aus dieser Abhängigkeit zu befreien.“
In der Tat ist der Bereich Heizung und Kühlung einer der größten Energieverbraucher in Europa.
Nach Angaben der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission könnte der Gas- und Ölverbrauch in der EU um 36 Prozent gesenkt werden, wenn 30 Millionen Einzelheizkessel für fossile Brennstoffe in Privathaushalten durch Wärmepumpen ersetzt würden.
Aurélie Beauvais, Geschäftsführerin von Euroheat & Power, fasste in einer Pressemitteilung zusammen, dass „die Beschleunigung des Ausbaus von effizienten, sauberen Wärmelösungen wie Fernwärme und -kühlung die beste Industriestrategie ist, um unsere Führungsrolle bei diesen hochwertigen Technologien zu behalten und gleichzeitig die Versorgungssicherheit der EU zu stärken.“
Auf die Frage von Euractiv nach den nächsten Schritten antwortete die EU-Kommission, dass „ein Aktionsplan für Wärmepumpen derzeit ausgearbeitet wird und Gegenstand intensiver Gespräche mit den Interessengruppen war. Zum jetzigen Zeitpunkt steht der genaue Zeitrahmen für diesen Plan noch nicht fest.“
Die EU hat ihren Rechtsrahmen für saubere Heizungslösungen in den letzten fünf Jahren im Rahmen des Green Deal bereits aktualisiert. Es wurden neue Richtlinien über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, Energieeffizienz und erneuerbare Energien verabschiedet.
[Bearbeitet von Donagh Cagney/Rajnish Singh]