EU schreibt Russland erstmals Cyberangriff zu
Die Europäische Union hat am Dienstag (10. Mai) die russischen Behörden beschuldigt, eine Stunde vor der Invasion in der Ukraine einen Cyberangriff auf ein Satellitennetzwerk durchgeführt zu haben. Ziel sei es gewesen, den Einmarsch in das Land zu erleichtern.
Die Europäische Union hat am Dienstag (10. Mai) die russischen Behörden beschuldigt, eine Stunde vor der Invasion in der Ukraine einen Cyberangriff auf ein Satellitennetzwerk durchgeführt zu haben. Ziel sei es gewesen, den Einmarsch in das Land zu erleichtern.
Es war das erste Mal, dass die EU die russischen Behörden offiziell für die Durchführung eines Cyberangriffs beschuldigt hat, sagte der Außenbeauftragte der Union, Josep Borrell.
„Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten verurteilen gemeinsam mit ihren internationalen Partnern aufs Schärfste die böswilligen Cyber-Aktivitäten der Russischen Föderation gegen die Ukraine, die auf das von Viasat betriebene Satellitennetzwerk KA-SAT abzielten“, hieß es in der Erklärung.
Declaration of @JosepBorrellF on behalf of the EU strongly condemning the malicious 🇷🇺 #cyber activity against 🇺🇦 satellite KA-SAT network conducted before the unprovoked & unjustified invasion of Ukraine.#Russia must stop this war.#StandWithUkraine https://t.co/Vi09j7EQnB
— EU Council Press (@EUCouncilPress) May 10, 2022
Das KA-SAT-Netzwerk wird Berichten zufolge weitgehend vom ukrainischen Militär genutzt.
Viasat shares details on KA-SAT satellite service cyberattack… few understand the ramifications of this and why $DAG is going to do big things in this space through #hgtp https://t.co/5wiCUweain
— livefazt🥖⛓️ (@livefazt1) March 31, 2022
„Der Cyberangriff fand eine Stunde vor Russlands unprovoziertem und ungerechtfertigtem Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar 2022 statt und erleichterte damit die militärische Aggression.
Laut der Erklärung verursachte der Angriff erhebliche Störungen „bei Behörden, Unternehmen und Nutzer:innen in der Ukraine sowie in mehreren EU-Mitgliedstaaten.“
Borrell sagte, dass die Union bisher nur festgestellt habe, dass die Cyberattacken von Russland ausgingen, dass sie aber nun über genügend Beweise verfüge, um den russischen Staat für diesen Hack verantwortlich zu machen.
„Wir werden mit der Ukraine und unseren internationalen Partnern zusammenarbeiten müssen, um diese Cyberangriffe, die wir mit Sicherheit der Russischen Föderation zuschreiben, zu verhindern, zu entmutigen, abzuschrecken und auf sie zu reagieren“, sagte er.
Europäische Netzbetreiber erklärten im März, dass der Angriff auf den US-Satellitenbetreiber Viasat den Internetzugang für Tausende von Nutzer:innen in Deutschland, Frankreich, Ungarn, Griechenland, Italien und Polen unterbrochen habe.
https://twitter.com/field_hamster/status/1502501436269408263
Russland ist in den frühen Morgenstunden des 24. Februar in sein pro-westliches Nachbarland Ukraine einmarschiert und hat offenbar versucht, die Regierung des Landes möglichst schnell zu stürzen.
Der Angriffskrieg auf die Ukraine dauert bereits fast drei Monate. Die ukrainischen Streitkräfte haben der russischen Armee schwere Verluste zugefügt und sie gezwungen, ihre Offensive auf den Osten des Landes zu konzentrieren.
Militär- und Cyberspezialisten hatten befürchtet, dass der Krieg zu einem Ausbruch von verheerenden Cyberangriffen führen könnte, die sich weltweit auswirken könnten.
Ein Worst-Case-Szenario konnte jedoch bisher vermieden werden, da die festgestellten Angriffe in Bezug auf ihre Auswirkungen sowie ihre geografische Ausdehnung begrenzt zu sein scheinen.
ℹ️ Update: Satellite operator Viasat's KA-SAT network in Europe remains heavily impacted 18 days after it was targeted by an apparent cyberattack, one of several incidents observed as Russia launched its invasion of Ukraine on the morning of 24 Feb 🛰
📰 https://t.co/S0qJQ7CbNv pic.twitter.com/nLNlquYQF9
— NetBlocks (@netblocks) March 15, 2022
[Bearbeitet von Georgi Gotev]