EU riskiert Zustimmung für Schengen in Bulgarien zu verlieren
Der Großteil der bulgarischen Geselschaft befürwortet nach wie vor den Schengen-Beitritt des Landes, aber die Tendenz geht zurück, wie eine vom Open Society Institute in Sofia durchgeführte soziologische Umfrage ergab.
Der Großteil der bulgarischen Geselschaft befürwortet nach wie vor den Schengen-Beitritt des Landes, aber die Tendenz geht zurück, wie eine vom Open Society Institute in Sofia durchgeführte soziologische Umfrage ergab.
Mehr als 42 Prozent der Befragten unterstützen die Schengen-Mitgliedschaft Bulgariens, weniger als 34 Prozent lehnen sie ab, und weitere 24 Prozent haben keine Meinung. Die Umfrage wurde zwischen dem 6. und 16. Juni durchgeführt.
Die stärkste Unterstützung für den Schengen-Beitritt Bulgariens findet sich bei den Anhängern der pro-europäischen Parteien „Demokratisches Bulgarien“ (93 Prozent), „Wir setzen den Wandel fort“ (63 Prozent) und GERB (60 Prozent). Der größte Anteil der Schengen-Gegner findet sich unter den Bewohnern von Dörfern (38 Prozent), Menschen mit Grundschulbildung (36 Prozent) und Arbeitslosen (42 Prozent).
Das politische Profil dieser Menschen tendiert häufig zu den pro-russischen Parteien Bulgarische Sozialistische Partei (58 Prozent) und der radikalen anti-europäischen „Vazrazhdane“ (50 Prozent).
Die höchste Unterstützung für den Schengen-Beitritt des Landes gab es 2011 (67 Prozent), danach ging die Akzeptanz aufgrund des erhöhten Drucks der Migrant:innen nach 2015 allmählich zurück.
„Vor diesem Hintergrund birgt ein möglicher weiterer Aufschub der Mitgliedschaft das Risiko, die bestehende Mehrheit für diese Integrationspolitik zu verlieren“, so eines der Ergebnisse der Studie.
Bereits 2011 gab die Kommission bekannt, dass Bulgarien alle Kriterien für die Schengen-Mitgliedschaft erfülle. Im Dezember dieses Jahres wird erwartet, dass der EU-Rat Kroatien akzeptiert, aber die Mitgliedschaft Bulgariens und Rumäniens wird von den Niederlanden und Schweden noch infrage gestellt.